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Kommando Kochen - Schokolade live erleben Kommando Kochen - Schokolade live erleben Kommando Kochen - Schokolade live erleben Kommando Kochen - Schokolade live erleben

Chemnitzer Gastlichkeit

Monat für Monat essen und trinken wir uns durch die Lokale der Stadt, machen uns Notizen, ein paar Fotos und geben Euch anschließend gastronomische Ausgehtipps.


Kommando Kochen

Schokolade live erleben


Sigrun Rottstädt, Redaktionsleiterin und Moderatorin bei Apollo Radio, war kürzlich mit der Praktikantin Raphaela Varbelow in Annaberg-Bucholz unterwegs.

Als Schokoladenliebhaberinnen landeten die beiden wie zufällig in der Schokoladenmanufaktur "Schokogusch'l" in der Museumsgasse 1 und waren vom Ambiente sofort begeistert. Bianca Augustin, Konditorin und Leiterin der Manufaktur, erzählte den Radiofrauen von der Tradition des Hauses, welches 1830 als Café Central an gleicher Stelle eröffnete und ein Treffpunkt für die Geschäftsleute der Posamentenindustrie war. Seit der Neueröffnung letzten September kann man in der Schaumanufaktur, im Café und im Verkaufsbereich Schokolade live erleben. Außerdem bereichert das "Schokogusch'l" das Gesamtkonzept der in unmittelbarer Nachbarschaft befindlichen Manufaktur der Träume (Ströhersche Sammlung). Nach diesem Exkurs in die Tradition musste Bianca Augustin ihre u.a. von der Vielfalt der handgemachten Naschereien sowie der historischen Decke des Cafés beeindruckten Gäste nicht lang fragen, ob sie Lust und Zeit für einen Abstecher in die Pralinenproduktion hätten. Im Handumdrehen hatten sich Sigrun und Raphaela die Hände gewaschen, mit Schürze und Mütze verkleidet und schon ging es an das Füllen von Pralinenkörpern. Raphaela durfte mit Hilfe einer Tülle Zartbitterschokopralinen mit Kirschfüllung versehen und Sigrun tat Gleiches, indem sie weiße Pralinenkörper mit Marc-de-Champangne-Füllung veredelte.
"Wir fühlen uns hier ein bisschen wie im Zoo", scherzte Sigrun, weil die Kaffeegäste natürlich das Treiben durch die großen Schaufenster aufmerksam beobachteten. Nebenbei beackerten die Mädels Themen wie Biancas Ausbildung sowie ihr Praktikum in der Schweiz, ob weiße Schokolade auch Glückshormone habe, Mon Chérie als Lieblingssüßigkeit von Sigrun, die Hochzeit von Kate und William sowie die Verkaufsrenner der erzgebirgischen Schokomanufaktur. Das sind nach wie vor Nougat-, Champagner-, Eierlikör- und Marzipanpralinen, und die Chefin fügte hinzu: "Aber wir haben jetzt auch schon viele, die sich mehr trauen. Also, eine Chili- oder Erdbeerschokolade und ebensolche Pralinen werden gern mal probiert. Wir arbeiten übrigens ausschließlich mit belgischer Schokolade, sind aber gerade dabei, auch schweizer Produkte zu testen."
"Warum haben Sie nicht so eine Mütze wie wir auf?", fragte Sigrun. Und Bianca antwortete: "Weil meine Haare zusammengebunden sind und weil ich der Chef bin"! Alles lachte und die Radiomacherin wollte sich den letzten Teil unbedingt merken, weil dieser auch gut anderweitig verwendbar sei. Danach durfte das Apollo-Duo vorgegebene Tafelformen mit Vollmilchschokomasse befüllen und anschließend mit Paprikaflocken und ein paar Spuren Chilipulver verzieren. Es folgten geröstete Haselnüsse und Zartbitterschokomasse (ein Pfund Nüsse auf ein Kilogramm Schokolade), die zusammen Haselnuss-bruch ergaben. Minuten später ging es an eine große Schüssel mit flüssiger weißer Schokomasse. Die Masse musste mittels beständigen Rührens und Zugabe von weißen Calletts (kleinen Schokoladenteilchen, die oft mit Tropfen verglichen werden) auf die richtige Temperatur und Konsistenz gebracht werden, um mit ihr Pralinen ummanteln zu können. Das brachte die beiden Frauen mächtig ins Schwitzen. Nebenbei erklärte Bianca: "Die Masse wird erst bei 50 Grad aufgelöst, danach wird sie auf 27 Grad heruntergekühlt und muss wiederum auf 32 Grad Verarbeitungstemperatur gebracht werden."
Plötzlich stand die Frage im Raum, ob die Chefin eigentlich selber noch Schokolade isst? Mit einem Lächeln auf den Lippen antwortete diese prompt: "Ja, jeden Tag! Und am liebsten dunkle Schokolade oder Vollmilch." Nun bekamen die beiden Gäste Gummihandschuhe übergestreift, um mit jeweils einem Klecks flüssiger Schokolade Pralinen einzuhüllen und dabei einen wellenartigen Effekt zu erzielen. Spontan platzte Sigrun heraus: "Deshalb sehen die immer so schön aus!" Kurz danach war der Abstecher ins Reich der Schokolade auch schon vorbei. Die Radiomacherinnen bedankten sich, durften noch ein bisschen was kosten und hätten sich gern für die leider noch nicht existierenden Praktikantenstellen beworben.


Internet:

www.annaberger-backwaren.de


Wort und Bild: Karsten Spehr