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Bezaubernde Lügen

Bezaubernde Lügen


Wenn es im Winter kalt ist, will man das unter Umständen nicht auch noch im Kino sehen. Also sei allen, die eine leichte französische Komödie mit der wie immer appetitlichen Audrey Tautou mögen, dieser Film ans Herz gelegt. Und um Herzensangelegenheiten geht es auch: Emilie ist eine Friseuse, in deren Salon unter anderem über Liebesangelegenheiten geredet wird. Sie mischt sich da gern mit ein. Das klappt auch meistens, aber bei ihrer Mutter scheinen ihre Fähigkeiten zu versagen. Bis sie auf eine Idee kommt. Erhält sie doch einen anonymen Liebesbrief, den sie eigentlich wegwerfen will, aber dann doch umschreibt für ihre Mutter. Die wurde von ihrem Mann verlassen und bläst Trübsal. Bis sie den Brief erhält und wieder aufblüht. Doch damit fängt alles erst an, Mutter Maddy wartet schließlich auf eine weiteres Zeichen des vermeintlichen Liebhabers. Ein amüsantes Stück Kino.
Die Muppets

Die Muppets


Das wurde aber auch langsam Zeit, dass Kermit und seine Freunde uns mal wieder in den Kino besuchen! Und sie sind in Bedrängnis, also brauchen sie Hilfe, denn ein Ölbaron will ihre Studios abreißen, um das darunter liegende Öl zu fördern. Das geht ja nun gar nicht! Mit viel Liebe wird eine Rettungsgeschichte gesponnen, die etliche witzige Musicalszenen enthält und an die 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erinnert. Voll schräger Coverversionen alter Hits kommt der Humor selbstredend nicht zu kurz. Schließlich müssen Kermit und seine menschlichen Freunde, die die ganze Schweinerei erst entdeckt haben, zehn Millionen Dollar auftreiben, um das Haus zu retten. Doch erst einmal müssen sie die inzwischen in alle Himmelsrichtungen verstreuten Muppets-Kollegen auftreiben für eine entsprechend konzertierte Aktion. Miss Piggy ist beispielsweise Fashion Editor bei der Vogue in Paris ...
Bild: Capelight Bild: Disney
The Artist

The Artist


Stummfilm im heutigen Kino - ein Wagnis, ein wirklich abenteuerliches Experiment, das schnell in die Hose gehen kann, aber bei einer solch meisterlichen Inszenierung Gott sei Dank nicht gegangen ist. Ein Stummfilmstar verweigert sich dem Tonfilm und geht damit unter. Das ist witzig und berührend zugleich, da stecken so liebevolle Details und Ideen drin, dass es ein Vergnügen ist, der Stille zu folgen. Für Kenner des Kinos ein unbedingtes Muss. Dem hervorragenden Darstellerensemble stehen Jean Dujardin und Berenice Bejo vor. Sie ist ein Fan von ihm. Und es gelingt ihr, bei einer Premiere an seiner Seite fotografiert zu werden und so zu einer eigenen Karriere im Stummfilm zu kommen. Im Gegenteil zu ihm bleibt sie auch im Tonfilm ein Star. Sein, des Verweigerers steiler Abstieg wird von ihrer Liebe abgefedert. Das ist nicht diffamierend, sondern einfach nur liebevoll gemacht.
König, Dame, As, Spion

König, Dame, As, Spion


Wenn ein solch intelligent ineinander verschachtelter Spionagethriller in den USA einen solch furiosen Start hinlegt und zuvor in seinem Ursprungsland Großbritannien satte Gewinne eingefahren hat, darf man schon aufhorchen. Und nicht nur das. Das Reingehen in diesen Film lohnt sich wirklich. Tolle Darsteller von Gary Oldman bis Colin Firth, eine wundervolle Ausstattung, die den Zuschauer in die 1970er Jahre regelrecht entführt, und eine kluge Geschichte. Das Ganze basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von John le Carré, in dem ein pensionierter Top-Agent aus dem Ruhestand geholt wird, um rauszubekommen, wer da in den eigenen Reihen zum Feind übergelaufen ist und den britischen Geheimdienst untergräbt. Dabei kann er sich zwar auf ein paar alte Freunde verlassen und auf seinen messerscharfen Verstand - aber wer ist hier nur Freund und wer auch Feind? Spannend bis zum Schluss!
Bild: Delphi Bild: Studiocanal
Sex on the Beach

Sex on the Beach


Da räumt aber einer gründlich auf mit der Mär vom feinen britischen Humor. Die können auch anders. Ganz anders! Millionen von Briten treten den lebendigen Beweis an, dass auch sie in der Lage sind, an der Kinokasse gleich ihre Hirne abzugeben. Wer auf reinen Fäkalhumor steht, der kann sich für einen Kinobesuch entscheiden, beschwere sich aber hinterher nicht, dass wir ihn nicht vorgewarnt haben! Da war "American Pie" noch gutes Unterhaltungskino. Das hier ist einfach nur unwitzig und plump. Vier Jungs fahren nach dem Abi auf eine griechische Insel und bestätigen sämtliche Klischees vom saufenden und sich unmöglich benehmenden, hirnlosen Jungbriten, der keine Peinlichkeit und keinerlei Klischee auslässt, nicht so recht zum Zuge kommt bei seinen sexuellen Abenteuern und einfach nicht wirklich witzig ist. Wir senken den Daumen und warten auf den nächsten - wirklich guten - britischen Film.
Drive

Drive


Regisseur Nicolas Winding Refn und sein Hauptdarsteller Ryan Gosling verstehen ihr Handwerk und haben mit diesem Großstadt-Action-Thriller ein meisterliches Werk abgeliefert. Gosling gibt mit sparsamer Mimik und Gestik einen wortkargen Fahrer. Das ist auch gut so, denn es sind tagsüber Stunt- und in der Nacht Fluchtfahrzeuge, die er da exakt und clever lenkt. Eher der Typ Einzelgänger. Aber als er seine große Liebe trifft (und auch das in keiner Minute kitschig!), weicht er ab von seinem geradlinigen und stets genau kalkuliertem Weg, um ihr das Leben zu retten. Großes Kino bis hin zur Musik: Knisternde Spannung in einer leisen und langsamen Diktion mit wohldosierten harten Szenen. Das Publikum des Festivals in Cannes hat ihn bereits geliebt, in den USA hat der Film bereits Kultstatus erreicht, und darauf kann man auch bei uns wetten. Ein sehr empfehlenswertes Stück Kino!
Bild: Universum Bild: Universum
Zettl - Unschlagbar charakterlos

Zettl - Unschlagbar charakterlos


Ältere erinnern sich der ARD-Serie "Kir Royal". Ist schon ein Weilchen her, dieser sogenannte Straßenfeger: Die ganze Nation guckte und die Straßen blieben menschenleer, auch im Osten. Jetzt hat Regisseur und Drehbuchautor Helmut Dietl den Stoff nochmal aufgenommen, die Handlung von München nach Berlin verlegt und sozusagen sich auch selber adaptiert. Der alte Baby Schimmerlos (die Rolle seines Lebens für Franz Xaver Kroetz, aber der wollte nicht mit nach Berlin "umziehen"; dafür sind zahlreiche der alten Darsteller wieder mit von der Partie, wie Dieter Hildebrand und Senta Berger) ist jetzt Max Zettl (Michael "Bully" Herbig). Der steigt binnen kurzem vom Chauffeur zum Chefredakteur eines Klatschblatts auf und geht dabei über Leichen, um seine Karriere zu beschleunigen. Keine Story ist ihm zu dreckig, keine prominente Krampfader zu blöd. Eines Tages aber deckt er einen politischen Skandal auf.
 
Bild: Warner  
BLITZ! Stadtmagazin

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Wort: Carola Kinzel