The Sapphires
Wieder so eine Geschichte, die man eigentlich nicht erfinden kann,
die nur das Leben schreibt: Eine Truppe von Aborigines-Frauen
tingelt als Soul-Band Ende der 1960er Jahre durch Vietnam, um die
amerikanischen Truppen sozusagen moralisch zu unterstützen. Die
Frauen wurden auf den Namen The Sapphires getauft. Chris O'Dowd
spielt einen köstlichen, dem Alkohol nicht abholden Entertainer, der
die beiden Schwestern und ihre Cousinen entdeckt, sich trotz aller
Widrigkeiten aber gut um sie kümmert und mit ihnen nun durch den
Krieg zieht. Schon alleine für ihn lohnt das Eintrittsgeld fürs
Kino. Und auch die singenden Mitspielerinnen sind umwerfend gut, vor
allem musikalisch. Zudem versteht es der Film, die Geschehnisse der
Zeit gut einzufangen, leider ab und an aber zu Ungunsten der
eigentlichen Protagonisten, deren Probleme streckenweise etwas in
den Hintergrund geraten. Dennoch eine Empfehlung für einen
vergnüglichen Kinoabend.
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The Deep
Trotz des englischen Titels handelt es sich um keine erneute
Hollywood-Produktion in Sachen Tiefsee, sondern um ein auf Tatsachen
basierendes Drama, das den Existenzkampf eines isländischen Fischers
beschreibt, der 1984 als einziger seiner Crew eine Havarie überlebt.
Die mit dem Schleppnetz verkeilte Winde zieht das Boot in weniger
als einer Minute in die Tiefe. Über ihnen Frost, im Wasser fünf
Grad, sterben die Männer schnell. Nur einem, der später als
medizinisches Wunder gilt, gelingt es, sich in sechs Stunden
schwimmend an Land zu retten. Doch auch dann muss er noch zwei
Stunden barfuß durch den Schnee und über felsiges Vulkangestein
laufen, um endlich vor dem Haus eines Freundes zusammenzubrechen.
Das Besondere an diesem Film: Der bis dato eher mit schwarzhumorigen
Geschichten aufgefallene Regisseur Baltasar Kormákur verzichtet auf
jeglichen Heroismus, wie es die amerikanischen Kollegen gemacht
hätten. Hier wird unterschwellig Spannung aufgebaut, der Zuschauer
gerührt und zum Nachdenken animiert.
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