Micmacs - Uns gehört Paris!
Jean-Pierre Jeunet ist dank seiner wunderbaren Filme
wie "Delicatessen" oder "Die fabelhafte Welt der
Amélie" auch hierzulande äußerst beliebt. Wieder ist
ein Außenseiter der Held seines neuen Werkes. Bazil,
der schon früh seine Eltern verlor, bekommt eine
verirrte Kugel in den Kopf. Wenn man sie entfernt,
könnte er ins unendliche Koma fallen, bleibt sie,
kann er jederzeit tot umfallen. Also bleibt sie. Als
Bazil aus dem Krankenhaus kommt, steht er allerdings
ohne Bleibe und Arbeit da. So findet er Unterschlupf
bei einer Truppe von Randexistenzen, skurrilen
Typen, die auf dem Schrottplatz leben. Da fällt es
nicht weiter auf, dass bei ihm Wirklichkeit und
Fantasien ab und an mal durcheinander geraten. Das
bringt durchaus Spaß auf die Leinwand, auch wenn es
kein so poetisches Werk wie Jeunets andere Filme
geworden ist. In der Hauptrolle überzeugt
"Sch'tis"-Star Dany Boon zerbrechlich und ernsthaft
agierend. |
Me too - Wer will schon normal sein?
Selten genug, dass spanische Filme den Weg in unsere
Kinos finden. Der hier hat es auf alle Fälle
verdient. Verdient, weil eine anrührende und sehr
ungewöhnliche Liebesgeschichte erzählt wird und die
Schauspieler einfach unglaublich stark agieren.
Hauptdarsteller Pablo Pineda, der am Down-Syndrom
leidet, spielt sozusagen seine eigene Geschichte. Er
ist einer von zwei Down-Betroffenen, die es bis dato
geschafft haben, einen Hochschulabschluss zu
erwerben. Jetzt startet er ins Berufsleben. Was die
Filmemacher da an Details über Unbeholfenheiten der
sogenannten Normalen auf die Leinwand bringen, ist
realistisch, aber nicht vordergründig, ebenso die
Liebesbeziehung, die der im Film Daniel heißende
34jährige zu seiner Kollegin Laura (Lola Duenas,
ebenfalls richtig überzeugend) aufzubauen versucht.
An die sich durch den ganzen Film ziehende wacklige
Handkamera gewöhnt man sich nach einer Weile. |