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Hands "Hands"

Neu im Krystallpalast-Varieté

Handgreifliches Vorspiel


"Das Auge kann den Zustand unserer Seele malen, aber die Hand teilt gleichzeitig die Geheimnisse des Körpers und die des Gedankens mit", wusste Balzac.

Und so war es eine Frage der Zeit, bis der Krystallpalast auf die Hände als Programmpunkt kam. Sören Eiko Mielke und Antje Pode machten sich Gedanken und suchten Leute, die mit ihren Händen was anzufangen wissen. Nun ist das Ergebnis auf der Bühne zu sehen: "Hands".
Sören Eiko führt mit Niels von Leyen an den Tasten und Andreas Bock durchs Programm und kündigt die Höhepunkte an. Hands up! Andy Häußler hat's zunächst im Kopf und weiß mehr, als wir je wissen können. Bereits zu Beginn sagte er den Verlauf des Abends voraus und hängt ihn an die Decke. Am Ende stimmen seine Aussagen buchstabengenau. Zwischendurch errät er zufällige Dinge und verstellt Uhren auf die Minute. Beeindruckend. Katja Gaidamanchuk hängt mit blanken Händen am Seil, räkelt, streckt und fällt. Wir halten die Luft an. Die Musik tönt vom "Haus in New Orleans", wir fanden's moderner. Im Trio Trilogy lässt sich die Dame von muskulösen Herrn längs und vertikal werfen. Dann bauen sie miteinander Pyramiden und erinnern an beste Turnfeste in Leipzig. "Schwielen sind mehr wert als duftende Hände." Günter Fortmeier lässt Hände sprechen und amüsiert uns wie Bolle. Danach wirft er Schatten, die uns bezaubern. Hand sei Dank, wir fühlen uns famos unterhalten. "Hand und Geist sind zarteste und mächtigste Waffe."
Sportstudent Sören Eiko Mielke lässt erst seinen Professor sprechen, danach den Duden. Mal ein mutig neuer Zugang, denkt man, ab danach verrecken die Witze humorlos. Da kann der Sören den Applaus noch so technisch beschreiben, wenn Hände nicht wollen, bleiben sie starr. Es könnte sich ändern, wenn der Herr sich lockert und nicht immer nur über sich selbst lachen tät. "Das Tun der denkenden Hand nennen wir Tat."
"Hands!" ist ein Programm, das allein schon der Hände wegen beeindruckt. Katja, Günter und Co. Und noch mehr: Niels von der Leyens Finger wirbeln kaum sichtbar über die Tasten. Andreas Bock schlägt die Drums mit Gefühl. Sie bespielen live die Artistik. Nur die altbackenen Titel hören wir ungern. Die Musiker haben doch Improvisationstalent schon vordem bewiesen. Die Gitarre von Sören Eiko hängt nach. "Einem Menschen die Hand hinstrecken, heißt ihn retten."
Schön, dass der Krystallpalast sich neben Show und Artistik um philosophische Bildung bemüht. "Die Hand schwitzt gewissermaßen Leben aus, und überall, wo sie hingelegt wird, lässt sie die Spuren einer Zaubermacht zurück; denn daher kommt denn auch auf ihre Rechnung die Hälfte aller Wonnen der Liebe." Insofern ist der Abend ein schönes Vorspiel für die weiteren Freuden der Nacht. Wir haben genossen.


Internet:

www.krystallpalast.de 


Termine "Hands!":

bis 01.04. im Krystallpalast- Varieté


Wort: HK / Bild: Tom Schulze

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