Hier spricht Ming Cheng
Über die Musik
Liebe Leipzigerinnen und Leipziger, letztens war ich beim Stadtfest und konnte dort den Schlagerstar Olaf Berger erleben. Obwohl nur ungefähr 100 Leute seiner Musik lauschten, machte der gute Olaf den großen Otto los. Er legte sich tierisch ins Zeug, um für gute Stimmung zu sorgen. Da wurde mir erstmal bewusst, was für Schwerarbeit es sein kann, auf der Bühne zu stehen. Da finde ich es schon ungerecht, wenn manche sich abfällig über Schlagermusik äußern. Wenn es einem nicht gefällt, muss man ja nicht zuhören. Der Schlager oder auch die Volksmusik gelten ja gemeinhin als altbacken, verlogen und die Verkörperung des Spießbürgertums. Aber meiner Meinung nach ist die Schlager- und Volkmusik-Branche viel offener als zum Beispiel die Sparte Rockmusik. Stefan Raab und Nina Hagen traten bereits in Volksmusik-Shows auf, aber hat irgendjemand Andrea Berg schon mal bei Rock am Ring live erlebt?
Aber egal, ich mag (fast) jede Art von Musik. Zum Beispiel gehe ich ab und zu gerne in die Oper. So war ich vor nicht all zu langer Zeit in Wagners "Tristan und Isolde". Toll gemacht, kann man nicht meckern, aber ich habe kein Wort verstanden. Vielleicht normal, ich bin ja schließlich kein Deutscher, aber auch meine Sitznachbarn, allesamt Leipziger, haben nicht viel vom Text mitbekommen. Schade eigentlich! Bei Aufführungen in nichtdeutscher Sprache gibt es deutsche Übertitel, warum nicht bei deutschen Aufführungen (vor allem bei Wagner)? Es gehen ja schließlich nicht nur Opernexperten und Opernforscher, die alle Texte auswendig kennen, in die Oper.
Von den Opernbühnen zur Kleinkunstbühne im Frosch-Café: Bei meinem letzten Konzert traf ich dort eine ältere Dame, die mich sehr bewegt hat. Ihr Mann leide an Demenz und sie pflege ihn rund um die Uhr. Heute aber gönne sie sich eine kleine Pause und besuche mein Konzert. Sie entschuldigte sich bei mir, dass sie nicht bis zum Schluss bleiben könne, aber dann blieb sie doch bis zum Ende und hielt meine Hand: "Ming, mein Guter, du weißt bescheid, ich komme wieder." Das hat mich sehr berührt und dafür stehe ich gerne auf der Bühne!
Viel Freude bereitete mir in den letzten 18 Monaten auch meine liebe Pianistin Conny Schäfer. Dafür sei ihr herzlich gedankt! Sie erwartet Nachwuchs und muss deshalb erstmal pausieren. Unsere letzten gemeinsamen Konzerte finden am 2. und 23. August, jeweils um 15 Uhr, im Palmengarten an der Kleinmesse statt. Also, wer Conny Schäfer und Ming Cheng noch einmal erleben wollen, sollte sich schnell Karten sichern und dann vorbeikommen! Für die Zeit danach und für meine neuen Programme suche ich jetzt erfahrene Pianisten, die auch arrangieren können. Denn die meisten meiner Titel sind nur als Audio-Datei vorhanden. Interessenten können mir gerne eine Nachricht hinterlassen, auf meinem Anrufbeantworter unter der Nummer 0721 151224267.

