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Probe Carmina Burana Carmina Burana bei den DomStufen-Festspielen

Carmina Burana bei den DomStufen-Festspielen

Fortuna und Vaganten


Glück, im Sinne von Erfolg, werden sie den Veranstaltern bescheren und Reisende anlocken - die Carmina Burana, die ab 8. August auf den Erfurter Domstufen aufgeführt werden.

Carl Orffs populäres Werk war bereits 1994 bei den ersten DomStufen-Festspielen zu erleben, damals unter der Regie von Generalintendant Dietrich Taube. Nun, 15 Jahre später, zeichnet der in Schauspiel und Musiktheater erfahrene Italiener Gino Zampieri für die Inszenierung und der aus Österreich stammende Walter E. Gugerbauer, Generalmusikdirektor des Theaters Erfurt, für die musikalische Leitung verantwortlich. Die Premiere wird am Abend des 8. August gefeiert, darauf folgen 13 weitere Aufführungen der beeindruckenden Lieder, Tänze und Bilder, alle ebenfalls im August.
Der Münchener Komponist und Musikpädagoge Carl Orff (1895-1982) verhalf seiner Auswahl der Carmina Burana - der Lieder aus Benediktbeuern - zu einer beispiellosen Popularität, über die die vollständige Sammlung in der Zeit ihrer Niederschrift, um 1230, wahrscheinlich noch nicht verfügte, auch wenn die Fachwelt davon ausgeht, dass die Liedersammlung im Europa des Mittelalters durchaus bekannt und beliebt gewesen ist. Auf Pergament gebracht im 13. Jahrhundert, wurde sie 1803 im Kloster Benediktbeuern wiederentdeckt. 44 Jahre später gab Johann Andreas Schmeller eine erste Gesamtausgabe der Carmina Burana heraus. Diese Edition bekam Carl Orff in den 1930er Jahren in die Hände. "Fortuna hatte es mit mir gut gemeint, als sie mir einen Würzburger Antiquariatskatalog in die Hände spielte, in dem ich einen Titel fand, der mich mit magischer Gewalt anzog: Carmina Burana", schrieb er im Nachhinein. Er wählte 24 Gesänge aus und schaffte ein chorisch-rhythmisches Werk von durchschlagender Wirkung.
Worum geht es? Um Liebe, Leben und Vergnügen. Um antike Mythen und biblische Geschichten. Mal ernsthaft und bodenständig, ein anderes Mal voller Anspielungen und frecher Späße. Die in Benediktbeuern gefundenen Texte gelten zum großen Teil als Vagantenliteratur, stammen also von fahrendem Volk, was im 12. und 13. Jahrhundert eher von Universität zu Universität ziehende Studenten und stellungsuchende Akademiker meinte als - wie heute - Gaukler und Jahrmarktsbudenbesitzer.
Der Frühling und das Zueinanderfinden von Mann und Frau werden gepriesen, ebenso das Feiern und Spielen. Beschworen wird das Glück in Gestalt seiner Göttin - wohl wissend, dass es bzw. sie einem nicht immer hold ist. "Fortuna, Herrscherin der Welt", titelte Orff und lässt singen: "O Fortuna! Wie der Mond so veränderlich, wachst du immer oder schwindest" sowie "Auf Fortunas Herrscherstuhl saß ich, hoch erhoben... Doch, wie ich auch in der Blüte stand, glücklich und gesegnet: Jetzt stürze ich vom Gipfel ab".
Die oftmals konzertant aufgeführten Carmina Burana werden bei den DomStufen-Festspielen so wie von Carl Orff ursprünglich vorgesehen mit Tänzen und Bildern gezeigt. Eine Bereicherung.


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Wort: B. Cramer / Bild: Lutz Edelhoff