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Madeleine und Boris Rohne Madeleine und Boris Rohne

Europameisterschaft in Chemnitz

Momentan Rumba


Wenn es am 10. Oktober in der Stadthalle Chemnitz um die Europameisterschaft über zehn Tänze der Professionals geht, gehören Madeleine und Boris Rohne zu den Favoriten.

Zehn Tänze bedeutet, dass die Paare sowohl in Standard- als auch in Lateinamerikanischen Disziplinen antreten. Madeleine und Boris Rohne kommen als amtierende Deutsche Vizemeister und Vize-Europa-meister in die Stadthalle und sind, wenn die EM beginnt, gerade aus Kanada von den Weltmeisterschaften zurück (2007 und 2008 belegten sie bei diesen jeweils Rang 5).
Überhaupt ist das Paar immer auf Achse. Die Leipziger geben Unterricht in Chemnitz und Zwickau, in Altenburg und Moritzburg, in Finsterwalde, Zerbst und ihrer Heimatstadt. Und zur eigenen Vervollkommnung, den Sondertrainings, fahren sie dann nach Köln und Berlin.
Außerdem sind die Rohnes als Wertungsrichter unterwegs und nehmen an Turnieren teil. So gut wie jeden Tag sind sie deshalb woanders, auch an den Wochenenden. Nach Kanada und Chemnitz beispielsweise folgen die Deutsche Meisterschaft in den Zehn Tänzen Ende Oktober bei Köln sowie die Latein-Kür-EM Anfang November in Dresden.
Dennoch wirken Madeleine und Boris Rohne weder gehetzt noch unentspannt. Sie wollten und wollen ja tanzen und sind seit langem auch privat ein Paar. Im Sommer 2008 wurde Hochzeit gefeiert - nach zehn Jahren Liebe und elf Jahren gemeinsamen Tanzens. Kennengelernt hatten sie sich beim Training.
Wie kamen sie zu ihrem Sport? Bei Madeleine war die Mutti einst beim Ballett gewesen und hatte später auch die Tochter für ihre Leidenschaft begeistern können. Und vom Ballett zum Turniertanz ist es kein allzu großer Schritt.
Boris wiederum nahm als Zehnjähriger ein Schnupperangebot in der Schule an, machte mit und blieb dabei. "Ich hatte vorher schon verschiedene Sportarten ausprobiert, auch Musikinstrumente und den Chor", erinnert er sich, doch das hundertprozentig Passende kam erst mit dem Tanz.
Der Leipziger weiß um den Männermangel in seiner Branche. "Du kannst die Jungs nicht zwingen, entweder sie wollen tanzen oder sie wollen nicht", zeigt er Verständnis für den Nachwuchs, ehe er über die Erwachsenen sagt: "Viele Männer kommen sich komisch vor, wollen sich nicht zum Depp machen."
Er und seine Frau sorgen als Tanzlehrer dafür, dass genau das auch nicht passiert. Schüler hier in Chemnitz haben sie seit 2003; jeden Dienstag von 18 bis 20 Uhr stehen sie in der Brückenstraße bei Köhler-Schimmel auf dem Parkett. An Mittwochabenden hingegen trefft Ihr Rohne & Rohne im Club Silberschwan in Zwickau. Hier wie dort unterrichten sie Kinder und Erwachsene, Standard und Latein.
Im Zusammenhang mit den Zehn Tänzen, die die Paare bei der EM in Chemnitz absolvieren müssen, zählen in die Sparte Standard der Langsame Walzer, Tango, Wiener Walzer, Slowfox und Quickstep, als Lateinamerikanische Tänze gelten diesbezüglich Samba, Rumba, Cha-Cha-Cha, Paso Doble und Jive. (Tanzfreunde wissen, es geht hier nicht um geografische Ursprünge.)
Was favorisieren die Favoriten Madeleine und Boris Rohne? Im Bereich Standard ganz klar den Tango. Und bei den Lateinamerikanischen? "Momentan Rumba", verrät Madeleine und erklärt: "Das variiert, je nachdem, was wir gerade trainieren." Trainiert wird jeden Vormittag.
Und wenn doch einmal Freizeit bleibt, freut sich Boris, wenn er eine halbe Stunde im eigenen Garten liegen kann, sieht man die Beiden ins Fitness-Studio verschwinden, ins Kino gehen oder Shoppen. Zum Beispiel Bücher, die Madeleine auf den vielen langen Fahrten dann liest.

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Wort und Bild: Ernie Le Coq