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Krissi Krissi

Krissis Klatsch

Bang! Boom! Bang!


Ich will Herbst, ach, was sag ich, Winter! Scherz? Nö! Lieber entscheide ich mich für die Jahreszeit, von der man von Beginn weiß, dass sie ungemütlich und bisweilen echt mies wird, als für dieses ewige Sommer-Sonne-Kalt-Warm-Hin-und-Her. Das ist wie mit den Männern! Lieber ein Mann mit einer großen Macke, als einen Typen mit vielen kleinen, ständig wechselnden Katastrophenmeldungen. Yep! Denn schauen wir der Wahrheit ins hässliche Gesicht, merken wir schnell, dass egal wo, so richtig durchgängig gut eigentlich gar nichts mehr ist, und dafür gibt es selbst in unserer Provinzhauptstadt Erfurt ausreichend Belegmaterial. Was im ersten Moment noch zu freudiger Verzückung verleitet, reicht im zweiten nicht mal mehr für ein müdes Mitleidslächeln aus. Egal ob Beach-Parties ohne Beach, dafür mit lebensmüden Matrosen, Autohaus-Events, wo die Autos lediglich als Sichtschutz für orale Spontanentleerungen herhalten dürfen oder Liegestuhl-After-Work-Sessions, die keine sind, weil mindestens zwei Drittel der Anwesenden überhaupt gar keine Arbeit haben. Aber ach, egal ob die TexMex-Dosenesser-Servierer ante portas oder die massig vielen Möchtegern-Italiener mit kroatischem Stammpersonal in der Stadt, allen gilt das gleiche Übel: Idee: Eins! Umsetzung: Sechs! Setzen! Aber das nur als kleiner Seitenhieb, denn das eigentliche Manko versteckt sich ganz woanders, wie im Folgenden und tatsächlich oft zugetragenen Wortspiel, eindeutig zu erkennen ist. Erfurt, Samstagabend 20:33 Uhr: "Macht ihr heute abend was?" Antwort: "Nee, ist doch nichts los!" An und für sich in Erfurt leider nichts Außergewöhnliches, aber gleiche Frage eine Woche später und dann diese Antwort: "Erst Weinfest, dann kurz zur Kubanischen Nacht, anschließend Lichterfest, später noch zur Dolce Vita und wenn wir dann noch fit sind, 7s!" Deshalb folgende Frage an alle Organisatoren dieser Stadt: Geht's noch? Jetzt mal ehrlich! Wie kann es sein, dass in unserem 200.000-Seelen-Nest wochenlang gar nichts passiert und dann an einem einzigen Abend die Entertainment-Bombe platzt! Wahnsinn! Und wahnsinnig dumm. Denn was macht der vom plötzlichen Party-Überfluss überforderte Erfurter? Richtig! Er bleibt unentschlossen zu Hause, oder, was fast noch schlimmer ist, er versucht den Marathon, hält sich überall zehn Minuten auf, gemäß dem Motto "Ich war ja da" und hetzt "gut gelaunt" zum nächsten Highlight. Natürlich ohne sich, den vom schlauen Veranstalter vorkalkulierten, Getränkekonsum einzuverleiben. Selber schuld, meine Herren, denn Absprache heißt hier das Zauberwort für eigenen Wohlstand und, ganz wichtig, für zufriedene Gäste, die auch zur nächsten Party wiederkommen. Vorausgesetzt, es findet nicht wieder alles an einem Abend statt! Auf den Winter! Hoch das Beck's! Krissi is back. Never rest!


Wort: Kristina Froeschke / Bild: Niklas Hoffa