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Steffen Geißler Steffen Geißler

Steffen Geißler

Da ist Musik im Bild


Mit einer künstlerischen Komposition aus Schärfe und Unschärfe sowie Ruhe und Bewegung fotografiert der Chemnitzer Steffen Geißler verschiedene Motive. Seine große Leidenschaft gilt der Musikfotografie.

Eine digitale Fotokamera besitzt heutzutage fast jeder, das wissen inzwischen sogar unsere Großeltern. Und das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum Oma anstatt der Brille mittlerweile die Fernbedienung zückt, wenn Ihr die letzten Urlaubsfotos vorführt. Und wehe dem, der sie dann mit nur läppischen 24 Bildern abspeist! Dass die Zeit vom Fotoschießen bis zum fertig entwickelten Bild länger als das Überspielen vom Speicherstick auf die Festplatte dauern kann und gute Fotos keine Massenware sind, weiß Steffen Geißler, der sich neben Familie und einer Tätigkeit als Lagerist vor allem mit Kunstfotografie beschäftigt.
"Ich saß früher manchmal stundenlang am See und hab gewartet, bis etwas passiert", erinnert sich der 49jährige und holt ein Bild hervor, auf dem ein Schwan abgelichtet ist, der gerade seine Flügel aufschlägt, um aus dem Wasser abzuheben. Seine Leidenschaft für Fotografie entdeckte Geißler schon im Kindesalter. Mit 17 richtete er sich dann in einem alten Schuppen eine Dunkelkammer ein, ohne die eine eigene Entwicklung der Bilder damals nicht möglich war.
Bei Nacht war in Sachen Helligkeit allerdings guter Rat teuer. "Elektronik-Blitze waren damals noch etwas ganz Besonderes", erklärt Geißler. Dabei deutet er auf ein kleines Gerät in seiner Glasvitrine, das an einer der dort etwa 50 aufgestellten Kameras befestigt ist. "Der Luxi-Blitz gehört zu den ersten Kamera-Blitzen überhaupt. Die darin befestigte Magnesiumbirne war für den einmaligen Gebrauch bestimmt, bei dem die kleinen Lämpchen regelrecht explodierten."
Die erste richtig gute Kamera kaufte er sich schließlich im Fotogeschäft am Hauptmarkt für gut 1.000 DDR-Mark. Der Verkäufer hatte die Kamera heimlich für ihn reserviert, da Geißler so ziemlich jeden Tag auf dem Heimweg kurz wegen neuen Materials im Laden vorbeischaute. Den Fachhandel gibt's übrigens heute noch.
Die ersten Musikfotos entstanden dann kurze Zeit später, als Geißler für einige Jahre zum ehrenamtlichen Fotografen des Jugendclubs "X. Weltfestspiele", des späteren Stadtkellers, berufen wurde. Beim Armeedienst begann er schließlich, selbst zur Gitarre zu greifen und gründete gemeinsam mit einigen Kumpels die Band Garagenrock. Fasziniert von den Momenten der völligen Hingabe eines Musikers, fasste er mehr und mehr den Gedanken, diese besonderen Bilder festzuhalten, um "den musikalischen Gedanken, die Gefühle live umzusetzen und emotional die Musik zum Zuhörer zu transportieren".
Noch bis zur Wende beschränkten sich Geißlers Fotografien auf Schwarz-Weiß-Aufnahmen, weil man für eine Farbentwicklung damals viel zu viel Technik brauchte, die einfach nicht finanzierbar war ohne eine kommerzielle Vermarktung der Bilder. Trotzdem knipst er heute noch etwa die Hälfte seiner Bilder zweifarbig. Darunter sind auch einige Fotos von Musikinstrumenten, musikalische Stillleben also, in die er im Nachhinein mit Vorliebe Zitate großer Schriftsteller einfügt. Oder anders herum.
Bands können sich in seinem Studio auf dem Kaßberg nach Vereinbarung kunstvoll fotografieren lassen, vor allem aber darauf vertrauen, dass sie jemand ablichtet, der ihre Liebe zur Musik teilt.
Eine Ausstellung von Steffen Geißlers aktuellen Fotos ist am 7. November zum Tag der offenen Türen in der Schönherrfabrik zu sehen.


Internet:

www.musikfotochemnitz.de


Wort und Bild: Frank Selig





Kommando Kochen Kommando Kochen

Kommando Kochen

Cocktail-Spezis in der Küche


Holger Gögge und Tilo Erdmann sind nicht nur gute Freunde, sondern auch Geschäftspartner. Sie arbeiten ziemlich eng zusammen. Holger betreibt ein Cocktail-Catering-Unternehmen in Limbach-Oberfrohna, Tilo kennen wir von der Bar Academy Sachsen in Flöha, wo er neben Hobby-Mix-Kursen, Rum-, Whisky- oder Wodka-Verkostungen auch Barkeeper bis hin zur IHK-Prüfung ausbildet. Beide wollten bei Holger zu Hause nur ein paar neue Drinks zusammenstellen, als sie bemerkten, dass keine Minze vorrätig war. Sie überlegten nicht lang, sondern schritten schnurstracks ins Restaurant & Café Mirabeau, in Limbach-Oberfrohna in der Moritzstraße 10 zu finden, zu Inhaber und Koch Uwe Probst, um sich einige der aromatischen grünen Stengel auszuleihen.
Und wie das so ist, blieben sie hängen, als Uwe, bei dem gerade ein Kochkurs lief, meinte: "Mixt mal einen schönen Drink und dann kochen wir uns schnell noch ein kleines Pastagericht." Das ließen sich die beiden nicht zweimal sagen, und schon werkelten sie mit geschickten Händen an der "Sturmflut", dem Drink, mit dem Tilo in diesem Jahr den zweiten Platz bei den Mitteldeutschen Cocktail-Meisterschaften in Leipzig belegt hatte. Neben den obligatorischen Eiswürfeln besteht der Cocktail aus Pisang Ambon (einem Bananen-Kräuter-Likör), Cranberryschorle, Cranberrysirup, Granini Blueberry und Wodka, sowie einer Physalis als Dekoration.
Der Aperitif war fertig und gekostet, da rief der Küchenmeister die Mixer in sein Refugium und eröffnete dem Duo, dass es kurzerhand Rigatoni mit Hähnchenbruststreifen, gebratenen Champignons, Rucola, mariniertem Mozzarella und Trüffelöl zubereiten sollte. Also bekamen Holger und Tilo Schürze und Kochjacke übergestreift. Und da die Spontanküchenhelfer des Kochens nicht ganz unkundig sind, Tilo war drei Jahre lang Schiffskoch und Holger schwingt daheim ab und an den Kochlöffel, ging der Rest in Windeseile über die Bühne.
Der eine erhitzte das Öl in der Pfanne und schnippelte grob die Champignons, der andere rückte Hähnchenbrust und Mozzarella mit dem Messer zu Leibe. Während nun das Hähnchen im heißen Öl die Poren schloss, ging es einer Zwiebel an den Kragen, ehe auch sie bei den Geflügelstreifen in der Pfanne landete. Der erste Cocktailmixer löschte das bereits wohlriechende Nudelgericht mit einem Schluck Weisswein ab, der zweite gab die vorgegarten Rigatoni hinzu. Danach übten sich die Gastköche abwechselnd im atemberaubenden Pfannenschwenken und setzen dabei fast die Küche des Mirabeau in Brand. Ein guter Schluck Rotwein sorgte jedoch bei Küchenchef Uwe für die nötige Gelassenheit, und er wies seine Gesellen an, die Käsewürfel mit Kräutern der Provence, Pfeffer, Salz, Knoblauch und Balsamico zu marinieren und ebenfalls in die Pfanne zu geben. Jetzt fehlte nur noch frischer Rucola, zu dem Uwe erklärte, dass die Salatblätter nicht zu lang erhitzt werden sollten, weil sie sonst ihre Knackigkeit und die grüne Farbe verlören. Die Hobbyköche durften alles noch einmal kurz schwenkend durchmischen, und schon richtete Tilo die Teller an und griff sich Holger zwei halbe Kirschtomaten und das abrundende Trüffelöl, um dem Pastagericht die letzte Ölung zu verpassen.
Ganz stolz über ihr in Windeseile gezaubertes Mahl hatten die beiden entsprechende Sprüche parat. Tilo meinte: "Wenn Ihr mal einen Schluck heißes Wasser übrig habt, dann friert ihn ein, denn heißes Wasser kann man immer mal gebrauchen." Und Holger gab allen Single-Frauen mit auf den Weg: "Wenn Ihr mal bekocht werden wollt, könnt Ihr Euch gern bei mir melden." Dann ging das zur Hochform aufgelaufene Mixerduo zur Verkostung über und war begeistert vom lecker-leichten Pastagericht, welches es binnen 20 Minuten fast ohne Zutun des Chefkochs fabriziert hatte. Beim Essen tauschten sie mit Uwe noch ein paar Einzelheiten über den bevorstehenden sechsten Geburtstag des Mirabeau am 14. November und das neue Konzept der "Küchenparty" aus, ehe der Chef sich wieder seinem Kochkurs widmete und die beiden Cocktail-Experten dankend das gastliche Haus verließen.


Internet:

www.restaurant-mirabeau.de
www.bar-academy.net


Wort und Bild: Karsten Spehr