Jazztage Dresden
Vom Rand in die Mitte
Die Jazztage Dresden laden ab 30. Oktober wieder zu Tanz und Konzert, sie haben sich seit 2000, damals noch als Unkersdorfer Jazztage, zu einem der größten Jazzfestivals Mitteldeutschlands etabliert.
Innerhalb von neun Jahren war ein steter Publikumszuwachs von 300 auf zuletzt 13.000 Zuschauer zu verzeichnen. Wir sprachen mit dem Intendanten der Jazztage Dresden, Kilian Forster.
BLITZ!: Dresden ist schon lange Zeit eine echte Jazz-Stadt. Wie erklären Sie sich die ungebrochene Popularität der Musik an der Elbe?
Kilian Forster: Jazz verbindet man immer zu Recht mit intellektueller Freiheit, dem kreativen spontanen Andersdenken, aber auch mit dem Spaß an der Musik. Dresden hat eine lange Jazztradition, die aber hauptsächlich in den beiden Jazzarten Dixie und Free Jazz. Hier möchten wir in der Festivallandschaft einen Akzent in den vielfältigen Spielarten dazwischen setzen und darüber hinaus versuchen, auch große Namen des Jazz zu bringen, die außer in der Semperoper ansonsten um Dresden oder sogar Ostdeutschland einen großen Bogen machen.
BLITZ!: Können Sie bitte in aller Kürze zusammenfassen, warum es sich lohnt, zu den Jazztagen zu gehen? Welche Konzerte möchten Sie aus der großen Menge hervorheben?
K.F.: Jazz inspiriert, macht Spaß, bewegt, ist kreativ und muss, wenn er zu den Jazztagen stattfindet, künstlerisch auf höchstem Niveau sein. Besonders hervorheben möchte ich aus künstlerischer Sicht Alvin Queen, David Gazarov und Al di Meola. Die Funk & Soul Night und der Swing Band Ball sind die tanzbarsten Events mit der besten Laune und Caravan Palace die coolste und groovigste Mischung aus House, Elektro und Swing.
BLITZ!: Wie finanziert sich das Festival?
K.F.: Die Jazztage finanzieren sich über Eintrittsgelder, Sponsoren, eine kleine Förderung von Seiten des Bundes, vom Land und der Stadt. Den größten Teil tragen meine Frau und ich leider immer noch privat.
BLITZ!: Gibt es schon Pläne fürs nächste Jahr und wenn ja, welche?
K.F.: Die Jazztage 2010 gehen vom 5. bis zum 14. November. Wir wollen Dennis Rowland, den Sänger von Count Basie, mit Big Band und Orchester herholen.
BLITZ!: Welchen Traum möchten Sie sich unbedingt noch erfüllen?
K.F.: Mein Traum wäre ein gemeinsamer Auftritt von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart und Oscar Peterson an drei Flügeln (lacht) ...
Dieser Traum wird sich wohl nicht erfüllen lassen. Traumhafte Konzerte versprechen aber die Auftritte zahlreicher internationaler Künstler bei den Jazztagen Dresden vom 30. Oktober bis zum 15. November. Drei Termine möchten wir Euch an dieserStelle ans Herz legen.
Der Dresdner Flughafen öffnet seine Pforten am 31. Oktober, ab 19 Uhr, für die Funk & Soul Night. Erstklassige Funk- und Soul-Musik mit hochkarätigen Künstlergrößen wird hier zum "Airlebnis". Mit Shakatak, Dictionary Of Funk, Soul-Ikone Dorretta Carter, dem "King Of Gospel" Freddy Lee Strong Jr. und Body Percussion. Zwei große Bühnen auf zwei Ebenen, ausreichend Sitzplätze und kulinarische Köstlichkeiten machen die Funk- & Soul Night zum Party-Knaller! Besonders laut, groovig und tanzbar geht die Premiere von Caravan Palace am 2. November, ab 21 Uhr, über die Bühne des Dresdner Live-Clubs Tante Ju. Treibender französischer Elektro-Swing - Caravan Palace füllen mit Leichtigkeit Tanzflächen. Das Konzert mit fantasievollen, witzigen und wuchtig groovenden Beats ist speziell für bewegungsfreudige Swing-Fans gedacht. Die Songs entwickeln ihre ganze Dimension vor allem durch die gleichzeitige Projektion von Filmen im Hintergrund. Ähnlich temperamentvoll und doch anders feiert Ihr am 6. November, ab 21 Uhr, im neueröffneten Puschkin. Cuba Nova zelebrieren dann und dort ihren atemberaubend vielseitigen Mix von World-Music bis Lounge-Jazz mit der charismatischen Stimme von Olvido Ruiz Castellanos (unser Titelbild) im Mittelpunkt. Die virtuos arrangierten kubanischen Rhythmen von Salsa, Latin Soul, Bolero, Son bis zu Cha-Cha mischen sich, abgerundet mit einer gehörigen Portion Jazz, mühelos mit modernen Elementen wie HipHop oder Funk.
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