Vorsicht Thiel!
Vertrauen wegen Vertrauen
Frauen an die Macht! Jetzt geht es richtig los, denn nachdem Angela Merkel, die Leyen-Ursel, die Annette Schavan, die Ilse Aigner, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Carmen Nebel fast alle wichtigen Positionen des Landes erfolgreich besetzt halten, kommt nun die Wunderwaffe schlechthin ins Bundeskabinett: Kristina Köhler!
Noch nie gehört? Ist nicht schlimm. Woher auch? Sie ist eigentlich ständig an der Uni gewesen oder saß im Bundestag, war quasi so eine Art verdeckte Ermittlerin. Auf diese Weise ist sie mittlerweile 32 Jahre jung geworden, war gerade noch ledig und hat keine Kinder. Was sollte sie mit dieser Kernkompetenz also werden? Na klar, Bundesfamilienministerin! Nachdem ihre Vorgängerin einen Ehemann und gefühlte zwölf Kinder vorweisen konnte, wurde es aber auch Zeit, das neue moderne Familienbild zu repräsentieren: Ü30, Single, promoviert, gehobener Mittelstand, engagiert bei Twitter und Facebook.
Natürlich ist die Kristina etwas Besonderes, was sie mit ihrer Aussage untermauert: "Die anderen Mädchen schwärmten für Pferde, ich für Helmut Kohl." Frage ich mich: Wie ist die denn drauf? Übrigens frage ich mich das auch bei Guido, der Westerwelle. Er ist ja bekennender Außenminister und Homosexueller, also führte ihn sein erster Auslandsbesuch wohin? Nach Polen! Ist er Masochist? Wollte er testen, ob dem erzkonservativen polnischen Präsidenten Kaczynski die Hand abfällt, wenn er einen Schwulen begrüßen muss? Hut ab, Guido, das war stark! Aber zurück zur Kristina. Die wurde ja nur Ministerin, weil Arbeitsminister Jung nach nur einem Monat im Amt ging. Dabei hatte er als Arbeitsminister gar nichts gemacht, also auch keine Fehler. Dummerweise hatte er das als Verteidigungsminister auch schon versucht, aber da war es ein Fehler. Denn wenn man schon Berichte zu heiklen Themen erhält, dann sollte man wenigstens mal kurz reinschauen, auch wenn es nur um tote Afghanen ging. Wenn man dann aber schon nicht in so einen Bericht reinschaut, dann hält man wenigstens die Klappe! Andererseits, was sollte man von jemandem erwarten, der einen Krieg nicht von einem Picknick unterscheiden kann? Lustigerweise bekommt man in diesem Land einen neuen Ministerposten, wenn man sich beim alten als unfähig erwies. Darum wurde der Franz Josef Arbeitsminister, aber nicht weil er irgendwann mal Arbeiter war, sondern weil er Hesse ist, und die bekommen immer einen Posten. Zum Beispiel ist ja die Kristina aus Hessen.
Übrigens möchte ich das mit der fachlichen Befähigung für ein Ministeramt nicht übertreiben. Prinzipiell reicht der Versuch eines Jura-Studiums und schon kann man zum Beispiel Finanzminister werden. Der jetzige Finanzminister Wolfgang Schäuble ist Supermann selbst, denn davor war er bereits Innenminister und damit oberster Ordnungshüter des Landes. Natürlich vertraut man so einem tadellosen Mann gern sein Geld an. Ich bin kurz davor zu rufen: "Er hat mein Vertrauen, weil ich ihm vertraue!" Leider hat die Kanzlerin selbst schon diese klare Aussage formuliert, weshalb ich das also nicht rufe. Übrigens ist das auch der Wolfgang Schäuble, der vor fast zehn Jahren von seinen Parteiämtern zurücktrat, weil er nicht mehr genau wusste, ob er vom Waffenhändler Karlheinz Schreiber 100.000 Mark bekommen hat, quasi als Spende. Das geht mir auch oft so: Man bekommt ein Kuvert oder einen Plastebeutel von jemandem, den man gar nicht kennt. Und weil man den nicht kennt, schaut man auch nicht nach, was drin ist. Und dann ist man der Doofe, weil es 100.000 Mark waren. Und keiner glaubt, dass man davon nichts wusste. Jedenfalls hat der Wolfgang mein Vertrauen, weil ich ihm vertraue.
Ganz nebenbei noch ein Gag: Einer der wenigen Nicht-Juristen unter den Ministern ist Müllermeister, weshalb er nun Verkehrsminister ist. Was bekommt man denn als Elektrotechniker? Das Ressort Gesundheit? Nee, das Verbraucherministerium. Klar, kommt von Stromverbrauch. Jedenfalls tun die alle ihr Bestes, aber das behaupten die Dynamo-Fußballer auch schon eine ganze Weile. Ich kann mir deren Ergebnisse nur mit dem Wettskandal erklären: Also die gegnerischen Mannschaften bekamen Geld geboten, damit sie uns schlagen, was sie ja größtenteils auch taten. Wenigstens sind die Fußballer an der Wirtschaftskrise unschuldig, was man nicht von allen amtierenden Ministern sagen kann.
Aber, woran erkennt der einfache Mann von der Straße das Ausmaß der Krise? An den Schlagzeilen in der Presse und der Werbung! Nehmen wir ein einfaches Beispiel: Neuerdings sind Nachtsichtgeräte der Renner bei den Discountern. Warum? Weil man befürchten muss, dass hier bald das Licht ausgeht! Und warum gab es die Graberde neulich im Angebot? Der Schlafsackproduzent Yeti baut seine Kapazitäten in Görlitz aus - warum? Na klar, der bereitet sich auf einen Ansturm vor. In Dresden werden gerade die Brücken der Reihe nach saniert, was vorher 20 Jahre lang egal war. Zudem baut man seit langem sogar eine neue Brücke. Da werden fast 200 Millionen Euro investiert, damit die Verlierer im neuen Schlafsack unter einer modernen Brücke liegen können. Wenigstens bekommt die Brücke dadurch Sinn.
Woanders stand geschrieben: "Rentnerin überlebt elf Tage ohne Nahrung". Was sagt uns das? Die Frau übt schon mal. Sicherlich kommt ihr dabei die Erfahrung eines Weltkrieges zugute und schon höre ich die Jungs von der NPD säuseln: "War doch nicht alles schlecht damals." Das ist mindestens so absurd wie folgende Schlagzeile: "Menschenfleisch für Dönerimbiss". Ganz ehrlich, da überkommt mich das kalte Grausen. Sowohl bei diesen Schlagzeilen, als auch bei der Besetzung der Positionen, die dieses Land verantworten. Nur einen nehme ich davon aus: Den Weihnachtsmann!
Frohes Fest,
ciao, Euer Mario

