Ming Cheng
Der singende Trainer
Es gibt Neuigkeiten bei Ming Cheng. Unser Kolumnist hat ein neues Programm ausgeheckt und neue Aufgaben übernommen - als Trainer und Bevollmächtigter.
Auf sein neues Programm, das am 26. November Premiere feiern wird, freut sich Ming Cheng schon jetzt. Sowie auf die Reaktionen des Publikums. "O Danneboom, wie grien sin deine Bläddor" heißt das Weihnachts-Special und verspricht sowohl Sächsisches als auch Chinesisches, sowohl Amüsantes als auchBesinnliches. Der seit beinahe zehn Jahren in Leipzig lebende Chinese hat sich dafür u.a. eine sächsische Variante des Klassikers "Oh Tannenbaum" einfallen lassen, aus der Weisheit "Ein Sachse ist immer dabei" die ebenfalls nicht von der Hand zu weisende Feststellung "Ein Chinese ist immer dabei" gemacht und das alte Lied "Die Partei, die Partei, die hat immer recht" auf die Kommunistische Partei (KP)seines Heimatlandes umgemünzt. Zum ersten Mal wird der junge Sänger also politisch und erzählt auch gleich einen Witz, den er von seiner letzten Reise nachHause mitgebracht hat: "1949 rettete die KP China. 1979 rettete der Kapitalismus China. Und 2009 rettete China den Kapitalismus." Und zwar aus der Krise. Obwohl im Riesenreich offiziell immer noch der Kommunismus angestrebt wird.
Wer möchte, kann sich die Hintergründe von Ming Cheng erklären lassen, denn der ist nicht nur Sinologe, Informatiker, Sänger, Dolmetscher und HTWK-Student, sondern inzwischen auch "interkultureller China-Trainer" sowie "Sonderbevollmächtigter der Sonderwirtschaftszone Shizishan seiner Heimatstadt Tongling für den Geschäftsbereich Internationale Zusammenarbeit in Deutschland. Seine Aufgabe ist es, potenzielle Investoren, Unternehmen und Regierungsinstitutionen in Deutschland über die Geschäfts- und Kooperationsmöglichkeiten mit oder in der Sonderwirtschaftszone Shizishan zu informieren und sie bei der Projektarbeit kompetent zu betreuen".
Als interkultureller Trainer für Leute, die in China bzw. Deutschland studieren, arbeiten oder auch reisen wollen, möchte er über die jeweils andere Seite informieren sowie "vermitteln, nicht werten". Er kennt die Mentalitäten seiner Landsleute, der Ost- und der Westdeutschen. Rationalisieren z.B. heiße in Deutschland kürzen, habe er gelernt. Und ein Ja bedeute in China in der Regel "Ich nehme das zur Kenntnis" und nicht unbedingt "Einverstanden" oder "Ich bin auch dieser Meinung". Doch keine Angst, Ming Chengs Weihnachts-Special wird unterhaltsam, nicht belehrend.

