Tom Petzold und André Zwingenberger
Klettern in Chemnitz
Tom Petzold und André Zwingenberger sind Kletterer und Geschäftsführer der im letzten Jahr eröffneten Boulderlounge in der Altchemnitzer Straße 27.
Tom (30) ist gelernter Versicherungskaufmann und führt als Selbstständiger eine Generalvertretung der R+V Versicherung. "Sport war schon immer mein Ding", erklärt er und fährt fort: "Vom fünften bis zum fünfzehnten Lebensjahr habe ich ziemlich intensiv Skispringen gemacht. Erst in den letzten fünf bis sechs Jahren bin ich langsam immer mehr auf den Bergsport umgestiegen. Mittlerweile gehe ich nur noch zum Bouldern und zum Sportklettern. Letzteres ist nicht zu verwechseln mit dem Bergsteigen. Hier wird mit einem Seil auf kurzer Route - meist nicht höher als 20 Meter - mit möglichst hohem Schwierigkeitsgrad geklettert. Dabei geht es mehr um den sportlichen Aspekt, also darum, eine anspruchsvolle Route bewältigen zu können."
Viel Freizeit bleibt da nicht mehr, und wenn doch, verbringt Tom diese entweder in der Boulderlounge oder frönt seinem anderen großen Hobby, dem Verreisen, welches natürlich eng mit dem ersten und interessanten Kletterzielen verbunden ist. "Ich bin viel in Tschechien an den Felsen, und im April zum Beispiel fliege ich mit André wieder in die USA nach Nevada und Utah zum Klettern."
André (24) hat eine Ausbildung zum Mechatroniker hinter sich und gut anderthalb Jahre im Sondermaschinenbau. Im Anschluss daran folgten zwei Jahre Ausbildung zum Techniker für Mechatronik. Jetzt arbeitet er in der Planung des Sondermaschinenbaus bei 3D-Micromac. Mit elf begann André, Kampfsport zu treiben. Er erzählt: "Mit 14 war ich schon Trainer bei der Kindergruppe, und als ich 17, 18 Jahre alt war, durfte ich unter der Führung des Cheftrainers auch die Erwachsenen trainieren. Dann habe ich meine Lizenz gemacht und bin seit 2006 selbst Trainer im Verein Abenteuer Kampfkunst beim TuS Altendorf in Chemnitz. Zum Klettern bin ich über das Bergsteigen mit meinen Eltern gekommen. Das war etwa mit 17 und wir haben leichte Gletschertouren gemacht." Später sind bei André Stück für Stück das Bouldern, das Klettern mit Seil und schließlich noch alpines Klettern (Hochtouren auf 3.000 und 4.000ern), das Eisklettern sowie Skitouren hinzugekommen. Er meint dazu: "Ich betreibe eigentlich die komplette Palette des Bergsports."
Kennengelernt haben sich Tom und André 2006 bei einer Ausbildungstour des Alpenvereins. Ein paar Tage später haben sie gemeinsam eine "haarsträubende Tour" auf den Biancograt, einen Viertausender in der Schweiz, unternommen. Danach entschieden sie, dass sie etwas besser klettern lernen sollten und begannen sofort damit. Zu dieser Zeit sind die Beiden im Winter nach Dresden oder Leipzig zum Bouldern gefahren. Irgendwann kam ihnen dabei die Idee auf, einen eigenen Trainingsraum aufzubauen, nicht zuletzt deswegen, um sich die Fahrerei zu ersparen. Tom erinnert sich: "Wir hatten das mal durchgerechnet, aber keinen ausgefeilten Businessplan. Aber wir wussten, was die Leute wollen und haben dann einfach angefangen, das Ganze Schritt für Schritt umzusetzen."
In der Boulderlounge kümmert sich André um die technischen Dinge, wie den Kletterwandbau und eventuelle Erweiterungen, und Tom um das Kaufmännische. Besonders wichtig ist beiden, dass sie die Lounge von Kletterern für Kletterer betreiben sowie die Förderung der Kinder: "Wir haben eine Anfängerkindergruppe, wo die Kleinen spielerisch erste Klettererfahrungen machen, und eine Leistungsgruppe. Letztere unterstützen wir auch finanziell, indem wir die Trainer für die Gruppe bezahlen."
Tom und André sehen nach vorn bzw. sie sehen nach oben und haben für die Zukunft noch einige Projekte für ihre Boulderlounge und alle Kletterbegeisterten in Planung.

