Paul T. Grasshoff in der Comödie
TV-Star live auf der Bühne
Mit der Krimikomödie "Die Mausefalle" von Agatha Christie hat die Comödie Dresden nicht nur ein Theaterstück der Superlative im aktuellen Spielplan, sondern auch den
TV-Star Paul T. Grasshoff im Haus.
Was macht dieses Stück eigentlich so erfolgreich? Ist es die Geschichte, die berühmte Autorin oder ist es der Spleen der Engländer für Krimis mit einer ordentlichen Portion Humor? Vermutlich eine Mischung aus allem. In jedem Fall bricht Agatha Christies heiteres Kriminalstück "Die Mausefalle" seit Jahren alle Rekorde. Seit der Premiere am 25. November 1952 im Londoner New Ambassadors Theatre wird das Opus ohne auch nur einen Tag Unterbrechung aufgeführt. Abend für Abend, über 58 Jahre lang, fast 24.000 Vorstellungen im West End, dem Theaterviertel der Metropole an der Themse. Absoluter Weltrekord. Insgesamt wurde die Mausefalle zudem bereits in 44 Ländern aufgeführt und in 24 Sprachen übersetzt. Nun endlich auch in der Comödie im World Trade Center.
Nachdem das Haus zu Jahresbeginn ein "C" an die Stelle des "K" gesetzt hatte, inszenierte Regisseur Peter Kube Christies Stoff voller skurriler Typen, flotter Sprüche, spannenden Schweigens und jeder Menge falscher Fährten erstmalig für die Comödie. Die junge Mollie Ralston erbt das alte Haus Monk-swell Manor und eröffnet dort gemeinsam mit ihrem Ehemann Giles am ersten Hochzeitstag eine Pension. Im Radio erfahren sie vom Mord an einer Frau in London. Zur Eröffnung haben sich gar merkwürdige Gäste angesagt, und dann ist das Haus aufgrund eines Schneesturms auch noch völlig von der Außenwelt abgeschnitten. Als auch noch ein Polizist, Sergeant Trotter, auftaucht und überzeugt davon ist, dass sich der Mörder in der Pension aufhält, ist der Krimi angelaufen. Plötzlich pfeift jemand im Nachbarzimmer das alte Kinderlied "Drei blinde Mäuse". Ist das etwa der Mörder?
Um den einzelnen Rollen ihre ureigenen Charaktere im Sinne Agatha Christies zu geben, greift Regisseur Peter Kube auf ein bewährtes Ensemble zurück. Mandy Partzsch als ständiger Wirbelwind Mollie Ralston und Cornelia Kaupert als herrlich schrullige, altjüngferliche Mrs. Boyle, Dietmar Burkhard spielt den schon leicht senilen, pensionierten Major Metcalf und Jürgen Haase den geheimnisvollen Künstler Paravicini, der unerwartet wie aus dem Nichts auftaucht. Stargast und dem Publikum von zahlreichen TV-Auftritten bekannt ist allerdings Paul T. Grasshoff, der den scharfsinnigen Sergeanten Trotter spielt.
Ob als Alexander Zeiss in der Daily Soap "Anna und die Liebe", als Julian Herzog in "Alles, was zählt" oder in seinen zahlreichen Gastspielen in Filmen nach Rosamunde Pilcher - meistens gibt Grasshoff den smarten Sunnyboy, Frauenschwarm, Schwiegermuttertypen. Jetzt agiert und glänzt der 41jährige als kühler und gewiefter Kommissar. Nach über fünfjähriger Bühnenabstinenz ist der Vollblutschauspieler mehr als glücklich darüber, endlich wieder mit dem Publikum auf Tuchfühlung gehen zu können. "Ich bin sehr, sehr froh, dass es mein Zeitplan endlich zugelassen hat, mich mal wieder einem Theaterprojekt zu widmen. Live auf der Bühne zu stehen, ist einfach etwas Besonderes." Aufgeregt ist der Berliner Profi allerdings immer noch. "In meiner Rolle als Sergeant Trotter komme ich erst relativ spät auf die Bühne. Die lange Konzentration und dieser Nervenkitzel kurz vor dem Auftritt ist einfach unbeschreiblich, das putscht mich stärker auf als der schwärzeste Kaffee", verrät er.
So ganz zufällig hat es Paul T. Grass-hoff, der gern auch einmal den Othello von Shakespeare spielen möchte, dann aber doch nicht nach Dresden verschlagen. Immerhin ist er mit Caroline Scholze, der Tochter von Comödien-Intendant Jürgen Mai, verheiratet. Zusammen haben sie drei Kinder, was es bei dem Job nicht immer einfach macht. "Es muss alles gut organisiert sein. Aber meine Frau und ich sind da seit Jahren geübt und die Kinder daran gewöhnt, dass Papa häufiger weg ist", sagt Grasshoff etwas traurig. Bis zum 26. März muss sich seine Familie in Berlin noch gedulden, denn bis dahin hat Vater und Ehemann Paul fast täglich seinen Auftritt in Dresden. Aber immerhin doch kein Vergleich zum Original im Londoner West End.

