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Frank Fröhlich Frank Fröhlich

Frank Fröhlich

Literatur trifft auf Musik


Musik von Flügelhorn und Gitarre erklingt. Dann setzt die warme Stimme des Schauspielers Lars Jung mit einer Naturbeschreibung des Autoren Friedrich Schlenkert ein.

Geräusche von plätscherndem Wasser und Vogelgesang untermalen den Text - der Hörer bzw. die Hörerin befindet sich in Gedanken inmitten Tharandts, wird mitgenommen auf einen Spaziergang durch diese kleine Stadt mit ihrem Charme und ihrer Geschichte, die seit Jahrhunderten eng mit der Forstwirtschaft verbunden ist. Anlässlich des 200. Jubiläums der Forstuniversität zu Tharandt, welches die TU Dresden in diesem Jahr feiert, brachte Frank Fröhlich vom Verlag Goldmund Hörbücher, sein jüngstes Werk, "Das alte Tharandt", heraus.
Das Konzept, einen Ort, eine Stadt oder einen Landstrich als Ausgangspunkt zu nehmen und dann mittels Textpassagen verschiedener Autoren einen thematischen Bogen über und um die Gegend zu spannen, liegt den meisten der Hörbuchproduktionen Frank Fröhlichs zu Grunde. Die Musikstücke, welche die Texte umspielen und Übergänge schaffen, stammen dabei zumeist aus der Feder des Verlegers und Musikers.
Frank Fröhlichs Werdegang begann mit einer Ausbildung zum Koch, ein Beruf, in dem er nach Beendigung der Lehre auch einige Zeit arbeitete. Doch die Liebe zur Gitarre ließ ihn nicht los. So zog es ihn 1980 zu der Gruppe des Chilenen Fernando Carrasco, die sich mit lateinamerikanischer Folklore beschäftigte. Einige Jahre später schloss er sich dem Projekt Framo von Vasco Fernando Bunze aus Mozambique an. Etwa zu der Zeit begann er, Gitarrenunterricht bei Wolfgang Kühn in Radebeul zu nehmen. Ab Mitte der 1980er spielte er in Duos verschiedener Besetzungen und absolvierte in Meißen ein Studium im Fach Kulturmanagement. 1988 übernahm er als Programmchef für vier Jahre die kulturelle Leitung der Dresdner Scheune. Während dieser Zeit tat er sich mit dem Pianisten Michael Henkel zusammen, mit dem als Duo er über 300 Konzerte gab. 1993 entschied er sich, ganz als freischaffender Musiker zu arbeiten und wirkte sogleich einige Jahre beim New Fantastic Art Orchestra of North mit, einem Seitenprojekt der Gruppe Dekadance. Parallel dazu übernahm er bei Lesungen verschiedener Autoren das musikalische Begleitprogramm. 1994 gründete er dann den Fröhlich-Verlag, in welchem u.a. das Buch "Bands in Dresden" erschien.
Im Jahr 2004 widmete er sich vermehrt dem Komponieren von Stücken für sein neues Projekt, die Hörbücher, die unter dem Verlagsnamen Goldmund Hörbücher erscheinen sollten. Noch im selben Jahr veröffentlichte er das Hörbuch "Hiddensee", und schon im Jahr darauf brachte er die Hörbücher über Rügen, Usedom, das alte Dresden und die Frauenkirche heraus. Bei der Produktion betreute und betreut er nach wie vor alle Schritte, von der Textrecherche und -auswahl über die Komposition der Musik, die Organisation von Sprechern und Studioaufnahmen bis hin zum Layout. Auch der Vertrieb liegt in seiner Hand sowie das Organisieren der Lesungen und Konzerte.
Ein Selfmademan und ein Umtriebiger ist dieser Frank Fröhlich. Und die nächsten Monate sind terminlich schon verplant - mit Aufführungen von Kinderkonzerten, Lesungen mit den Schauspielern Lars Jung und Gunter Schoß, Gitarrenkonzerten, einer Tournee mit Uwe Steimle und mit der Konzert-Lesung "Sächsisch, griddisch und bohliddisch". Immer wiederkehrend, weil so schön, sind die Stummfilmabende, an denen Frank Fröhlich zu Buster-Keaton-Klassikern eigens komponierte Musik spielt. Derweil feilt er bereits an einem weiteren Projekt: Nachdem er sich mit seiner Arbeit bereits so manchen Gegenden Norddeutschlands gewidmet hat, ist nun ein Hörbuch zum Fischland Darß in Planung, wofür er Gunter Schoß als Sprecher gewinnen konnte. Frank Fröhlich kocht übrigens immer noch gern - mittlerweile jedoch wohl am liebsten literarisch-musikalische Gerichte.


Internet:

www.goldmund-hoerbuecher.de


Wort: Wiebke Billerbeck / Bild: T.K.