Lars Klewe
Steinköpfe werfen Plaste
Warum kompliziert, wenn das Einfache so nah liegt: Frisbee ist zwar keine olympische Disziplin, doch bestens geeignet, um dem spielerischen Trieb in jedem von uns freien Lauf zu lassen.
Der 23jährige Sportstudent Lars Klewe hat das Spiel mit der gerillten Plaste sogar zum Thema seiner Abschlussarbeit gemacht.
Lars hat 'ne Scheibe - seit etwa zwei Jahren schon. Seine Scheibe hat einen Durchmesser von knapp 30 Zentimetern, wiegt exakt 175 Gramm und hat etwa 15 Euro gekostet. Stabilisationsrillen sorgen dafür, dass die Scheibe im Flug nicht eiert. "Es ist ein Standard-Frisbee", erklärt Lars. "Natürlich gibt's die auch in ganz verschiedenen Größen." Was viele nicht wissen: "Der Sport heißt eigentlich nicht mehr Frisbee, sondern nur noch Ultimate - abgeleitet von Ultimate-Frisbee. Eine US-Firma hat sich den Namen Frisbee vor ein paar Jahren sichern lassen."
Zwei bis drei Mal pro Woche trainiert Lars mit etwa 15 weiteren Spielern, den Stoneheads, auf dem Uni-Sportplatz oder in der Sporthalle am Thüringer Weg. Im Training und bei Ultimate-Turnieren wird insbesondere Fairplay groß geschrieben: "Körperkontakt ist verboten, und es gibt normalerweise auch keinen Schiedsrichter."
Dazu muss man allerdings wissen: Die Profi-Scheibenschmeißer werfen den Frisbee nicht einfach aus Spaß hin und her. Es wird auf einer Fläche gespielt, die ungefähr der Hälfte eines Fußballfeldes entspricht. Diese wird in drei Bereiche unterteilt, zwei Endzonen und die etwas größere Spielfläche in der Mitte. Zwei Teams mit je sieben Spielern stehen sich zu Beginn des Spiels gegenüber. Ziel ist, den Frisbee so zu werfen, dass er von einem Spieler der eigenen Mannschaft in der gegnerischen Endzone gefangen wird - das gibt einen Punkt. Wenn man den Frisbee auf der normalen Spielfläche fängt, darf man sich nicht mehr bewegen. Nur noch werfen - Sternschritt ist allerdings erlaubt. Am Ende gewinnt die Mannschaft mit den meisten Punkten nach einer vorher festgelegten Zeit oder wenn eine bestimmte, ebenfalls vorher festgelegte Punktezahl erreicht wurde. Beim Werfen gibt es keine Vorschriften. Lars: "Jeder hat da so seine eigene Technik." Hauptwurfarten seien Vorhand, Rückhand und der Überkopf-Wurf.
Ultimate-Frisbee ist aber nicht alles: Daneben gibt's etwa noch das das Disc-Golfen, bei dem der Frisbee in Körbe geschmissen wird, oder Dogg-Frisbee, wo es darauf ankommt, dass der Hund die möglichst weit geworfene Scheibe im Flug fängt - am besten mit einem Kunstsprung. Beim Freestyle-Frisbee wird der möglichst trickreiche Umgang mit der Scheibe bewertet.
Die Begeisterung für den Scheiben-sport bringt Lars inzwischen in seiner Abschlussarbeit zu Papier. Vor einiger Zeit hat er sich deshalb ein ganzes Sortiment bunter 23,5-Zentimeter-Frisbees zugelegt. Damit trainiert er einmal pro Woche etwa 20 fünf bis sechsjährige Knirpse des Uni-Kindergartens Krabbelkäfer. "Ich prüfe anhand eines sportmotorischen Tests, wie sich die Augen-Hand-Koordination bei den Kindern über einen längeren Zeitraum verbessert. Hauptkriterien sind die Bewegungsabläufe beim Fangen und Werfen." Im Juni will er den Erziehern und Eltern erste Ergebnisse vorlegen. Neben seinem Sportstudium ist Lars mittlerweile auch stellvertretender Leiter der Kiss-Kindersportschule Chemnitz, betreut als Übungsleiter noch zwei weitere Kinderkurse.
Übrigens: Am 18. Juni laden die Stoneheads auf dem Uni-Sportplatz zum Marximal, einem eintägigen Ultimate-Turnier. Anfänger sind willkommen. Anmelden könnt Ihr Euch im Netz - einzeln oder als Mannschaft. Gespielt wird Fünf gegen Fünf und jedes Team soll mindestens auf einer Position weiblich besetzt werden.

