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Die Live-Kraftprotze
Bisher hat der Chemnitzer Kraftklub vor allem als Support bei Fettes Brot, den Beatsteaks oder anderen Live-Gigs für Furore gesorgt.
Mit ihrer unbekümmerten Mischung aus Indie-Pop und HipHop, einem der bedeutendsten Nachwuchspreise in der Tasche und dem erst kürzlich abgeschlossenen Plattenvertrag bei einem der renommiertesten Label überhaupt, dürften die fünf Senkrechtstarter schon bald die Clubs und Charts aufmischen. Wir unterhielten uns mit Frontmann und Songwriter Felix Kummer.
BLITZ!: Ihr habt im vergangenen Jahr den New Music Award bekommen. Was war das damals für ein Gefühl?
Felix Kummer: Einfach geil! Wir haben zu diesem Zeitpunkt gerade mal ein Jahr zusammen gespielt und zum ersten Mal überhaupt bei so etwas mitgemacht und gleich gewonnen - unglaublich. Dazu kam, dass unsere Studioaufnahmen aufgrund unseres sehr beschränkten Budgets alles andere als optimal waren. Aber wir sind einfach eine begeisternde Live-Band. Ich denke, damit haben wir die Jury und das Publikum in Berlin letztendlich überzeugt.
BLITZ!: Stichwort: Live auf der Bühne. Wie wichtig waren die Auftritte als Vorband bei Fettes Brot oder den Beatsteaks.
F.K.: Enorm wichtig. Nicht nur, weil uns das riesigen Spaß macht, sondern auch, weil so die Radiosender und Labels erst auf uns aufmerksam werden konnten. Wie gesagt, unsere ersten Aufnahmen stammen aus dem Probenraum und waren echt schlecht. Aber live sind wir nicht zu bremsen. Auch unsere inzwischen recht große Fangemeinde haben wir vor allem den zahlreichen Supports zu verdanken.
BLITZ!: Wie habt Ihr Euch eigentlich kennengelernt und woher stammt der doch sehr einprägsame Bandname?
F.K.: Es ist eine echt schräge Geschichte. Wir haben uns vor einem Fitnessstudio kennengelernt. Eigentlich wollte jeder von uns dort einfach nur trainieren gehen. Als wir dann so ins Gespräch kamen, merkten wir, wie albern und peinlich es eigentlich ist, in die Muckibude zu gehen. Da jeder von uns ein Instrument spielte und wir alle etwa den gleichen Musikgeschmack hatten, beschlossen wir, Musik zu machen. Der Bandname Kraftklub ist also praktisch unser Gründungsmoment.
BLITZ!: Zurück zur Musik. Ihr arbeitet gerade an Eurem ersten Album. Wie läuft's und wann soll es erscheinen?
F.K.: Es wird wohl im Herbst rauskommen. Eigentlich war es schon für Sommer geplant, aber wir wollten nicht auf die Live-Gigs bei den Festivals verzichten, deshalb dauert es nun etwas länger. Es wird aber in jedem Fall ein klassisches Kraftklub-Album. Einen Titel gibt es aber derzeit noch nicht.
BLITZ!: Mit Universal Domestic Rock/Vertigo habt Ihr Euch ein ganz dickes Label an Land gezogen. Wie kam das?
F.K.: Letztendlich waren auch hier unsere Live-Auftritte ausschlaggebend. Nachdem diverse Radiosender auf uns aufmerksam wurden und beispielsweise Radio Fritz aus Potsdam unseren Song "Zu jung" rauf und runter spielte, klingelte irgendwann das Telefon. Der Rest ist ein echter Traum. Damit hatte keiner von uns jemals gerechnet.
BLITZ!: Verliert Ihr damit aber nicht Eure Unbekümmertheit und Unabhängigkeit, die Eure Fans doch so lieben?
F.K.: Ich denke nicht. Die Plattenfirma hat uns ja genau deshalb unter Vertrag genommen und lässt uns auch den absoluten künstlerischen Spielraum. Sonst hätten wir der Kooperation mit Vertigo auch gar nicht zugestimmt. Wir können aber von der professionellen Studioarbeit profitieren, genauso wie unsere Fans, die uns schon bald auch zu Hause in bester Qualität erleben können.
BLITZ!: Ihr seid waschechte Sachsen, spielt aber nur zwei Mal in diesem Sommer im Freistaat. Wieso eigentlich?
F.K.: Es ist tatsächlich etwas kurios, aber wir werden leider kaum für Konzerte in Sachsen gebucht. Dabei sind die sächsischen Fans, besonders die weiblichen, die wildesten überhaupt. Selbst in unserer Heimatstadt Chemnitz gab es für dieses Jahr keine Anfragen. Wir werden deshalb im Juni nur in Dresden und Leipzig auf zwei Festivals spielen. Aber vielleicht, ja hoffentlich wird sich das bald ändern?
BLITZ!: Ganz bestimmt! Vielen Dank für das Gespräch!

