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Franziska Wilhelm Franziska Wilhelm

Franziska Wilhelm

Henne im Korb


"Ein Kurzgeschichten-Mädchen trägt Rock, ist total emotional und trinkt immer Tee. Und wenn es mal nicht schreibt, schaut es aus dem Fenster."

Das erklärt Franziska Wilhelm. Obwohl sie gern Tee trinkt und sich mit ihren Kurzgeschichten in der Poetry-Slam-Szene einen Namen gemacht hat, weist sie das Klischee weit von sich. Gerade arbeitet sie an ihrem ersten Roman, der im nächsten Frühjahr erscheinen soll.
Franziska wurde 1981 in Erfurt geboren, machte 2000 ihr Abi. Nach einem Freiwilligenjahr in London und einem Erasmus-Jahr in Madrid lebt sie nun in Leipzig, "weil es eine coole Stadt ist, die in Bewegung bleibt, die viel Neues hat und trotzdem Retro-Charme". Ihre Heimat Thüringen besucht sie gern. "Ausschließlich dort leben könnte ich aber nicht mehr. Ich würde wahrscheinlich einen Provinzkoller kriegen", grinst sie. An der Leipziger Uni studierte Franziska 2001 bis 2007 Kommunikations- und Medienwissenschaften, Betriebswirtschaftslehre und Kulturwissenschaften. Von 2008 bis 2010 arbeitete sie als Managerin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Agentur Torpedo Leipzig, von 2010 bis 2011 als Fachreferentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei der Verbraucherzentrale Sachsen.
Hauptsächlich aber schreibt Franziska. Ihre Kurzgeschichten wurden ausgezeichnet durch das Junge Literaturforum Hessen-Thüringen, den Eobanus-Hessus-Wettbewerb, den KulturSpiegel. Sie sind abgedruckt in sämtlichen Literaturzeitschriften, die man als mitteldeutscher Kulturinteressent so kennt - vom "Palmbaum", über das Erfurter "hEFt" bis hin zum "Kreuzer" - ebenso in Anthologien kleiner und großer Verlage, z.B. in "Kein Hügel für die wilden Pferde" (CVB) und "Was ist Liebe?" (Rowohlt).
Mit ihrem Debütroman, der sich um eine Familie mit einer Sportplatzkneipe dreht, ist Franziska gerade Stipendiatin der Kulturstiftung des Freistaats Sachsen. "Eigentlich schätze ich die Kombination aus Arbeit und Schreiben. Aber gerade ist es gut, mich ganz auf den Roman zu konzentrieren, quasi fünf Tage die Woche." Wenn Franziska nicht fünf Tage die Woche schreiben würde, würde sie etwas tun, "das weniger Zeit kostet und mehr Geld bringt. Oder in einer Band singen." Seit 2011 ist sie festes Mitglied der Leipziger Lesebühne Schkeuditzer Kreuz und als einzige Frau quasi Henne im Korb: "Aber die Männer sind wahre Gentlemen - und außerdem passt es zu mir: Ich hab schon als Kind lieber mit Jungs gespielt."
Wenn man Franziska nach ihren Plänen für später fragt, winkt sie ab. "Umso mehr ich mitkriege in der Welt, umso weniger glaube ich an Pläne. Nicht nur die Schreibenden betrifft das. Ich glaube, es gibt überhaupt keine Zehnjahrespläne mehr." Also abwarten, Tee trinken - und weiterschreiben!


Internet:

www.franziska-wilhelm.de


Nächster Termin:

17.06. Wärmehalle Süd


Wort und Bild: Katrin Marie Merten