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Der BLITZ!-Wegweiser zu den Konzert- und Party-Highlights der Saison - Teil 1

Sommer, Sonne, satte Sounds


Die nächsten Wochen bieten eine Kette strahlender Open-Air-Glanzlichter, wie es sie in dieser Dichte selten gegeben hat. Nahezu jedes dieser Konzerte beziehungsweise Festivals darf locker den "Unverpassbar"-Stempel für sich beanspruchen, doch wenigstens die Mehrheit davon mitzunehmen, werden entweder der Terminkalender oder das Konto verweigern. Denn dazu müsste ersterer schön leer und letzteres schön voll sein. Aber genau in dieser Kombination ist das fast nie zu finden. Also müsst Ihr Euch der Qual der Wahl unterziehen und Entscheidungen treffen. Einen Tipp für die Leipziger Arena erlauben wir uns: Eine derartige Ballung von Rock-Legenden wie bei Rock The Nation wird es sicher lange nicht mehr geben. Und die Arena ist zwar nicht gerade klein, aber eben auch nicht unendlich groß. Hier könnte jeder Tag, den der Gang zum Kartenvorverkauf verschoben wird, einer zu viel sein. Und hier kann man dann nicht mal mit einem Bierchen von draußen am Bauzaun zuhören, wenn's keine Karten mehr gab.


Peter Maffay

Peter MaffayEs ist eine der schöneren Geschichten, die das Rock-Biz geschrieben hat, die vom rumänischen Jungen, der seinen Traum lebt und sich schon als Teenager als die Spitze boxt. Dort merkt er, dass er im Schlagergeschäft gelandet ist, wo er doch eigentlich eigene, ehrliche Lieder singen wollte, und reißt das Ruder rum, lässt sich ausbuhen und verhöhnen und erkämpft sich schließlich doch als Rocker und Kinderliederschreiber die verdiente Aufmerksamkeit. Ein Notgroschen fürs Alter ist auch abgefallen nach 40 Millionen verkaufter Alben. Und hinter der verspiegelten Sonnenbrille schauen warme, wache und freundliche Augen ...

24.06. Erfurt, Domplatz
25.06. Dresden, Theaterplatz
17.09. Wernesgrün, Brauerei



Metalfest

Metalfest - Amon AmarthNur noch wenige Tage, dann startet die diesjährige Heavy-Metal-Open-Air-Saison mit einem Paukenschlag, der schon jetzt alles, was noch kommen wird, blass aussehen lässt. Auf zwei Bühnen gibt's an drei Tagen die gesamte Bandbreite des Heavy Metal - von den wackeren Urgesteinen der New Wave Of British Heavy Metal über Speed 'n Thrash, Black 'n Death bis hin zu Viking und Pagan. Alte Säcke und junge Spunde werden sich die Bühne teilen und allen wird das Bier schmecken. Das Metalfest findet zwar auf einem alten Flugfeld statt, doch dieses liegt ziemlich dicht am eigentlichen Zentrum der Stadt Dessau-Roßlau. Dies dürfte es zu einer wirklichen Alternative machen für Leute, die bei Open Air gerne aufs Auto verzichten würden, weil sie keinen Bock auf den ganzen Stress haben oder einfach genau dann ein kühlen Blondes zischen wollen, wann es ihnen passt. Die meisten Festivals liegen dann eben doch auf irgendwelchen grünen Wiesen in der Pampa, fünf Mal umsteigen mit den Öffentlichen, dann noch den Überlandbus und das Geschleppe mit Zelt, Zahnbürste und Bierkiste ... Anders in Dessau: Am 26. Mai gibt es ab 15.30 Uhr einen Shuttle, jede halbe Stunde vom Bahnhof. Ausstieg direkt am Flugplatz. Und wer richtig cool ist, benutzt den neuen Festival-Service "Mein Zelt steht schon". Einfach vorher buchen, die bauen das Zelt auf, stellen (wenn gewünscht) eine Liege rein und einen Tisch davor. Kein Stress und kein Gebuckel. Bei der Abfahrt wird die Hütte einfach stehengelassen. Ein Zwei-Personen-Zelt kostet 55 Euro, eines für Metalfest - Amorphis acht Leute 140 Euro. Nicht viel für vier Übernachtungen! Die Liege gibt's für 20 Euro, den Hocker für acht - aber gut, das ist ja schon Luxus. Ach ja: Für das Meet & Greet mit den Kult-Wikingern von Amon Amarth müsst Ihr Euch nicht mehr bewerben. Das hat schon ein Mädel aus der Dominikanischen Republik gewonnen, die extra wegen der stolzen Schweden und dem Metalfest über den großen Teich jettet, weil ja nie echte Metal-Bands auftreten, wo sie zu Hause ist. Klar, dass die Metaller auf der Homepage die süße Divia Jemenez sofort in ihr Herz schlossen und ihr den Preis zuerkannten. Und wenn sich Divia dann am Ende als füllige Rothaarige aus dem Ruhrpott entpuppt, die ein bissel geschummelt hat wegen ihrer Metal-Götter, dann war's wenigstens eine schöne Geschichte. Eines sollte die Leser dieses Regionalmagazins vielleicht besonders interessieren, gerade weil sie es nicht angeberisch rausposaunen: Das Metalfest wird maßgeblich in Leipzig-Engelsdorf von den Leuten um den Klub Hellraiser organisiert. Hut ab, Wito!

Roxette27.-29.05. Dessau, Flugplatz



Roxette

Sie sind die erfolgreichste Pop-Gruppe Schwedens seit ABBA und harmonierten in den für sie extrem erfolgreichen 1990ern wunderbar, weil Per Gessle und Marie Fredriksson nicht den Fehler gemacht hatten, einander zu heiraten (woran bekanntlich ihre Vorgänger gescheitert waren). Dafür riss ein bösartiger Hirntumor das Duo auseinander. Das Abschlusskonzert der "Room Service"-Tour 2001 in Göteborg war für einige Jahre das letzte Live-Konzert, das die Band gab, Marie musste lange pausieren. Nun sind sie wieder da, als ob nichts gewesen wär. Am 10. Januar dieses Jahres erschien "She's Got Nothing On (But The Radio)", die erste Single von ihrem neuen Album "Charm School". Dieses ging in bestbewährter Manier von Null auf Eins in die Charts.

15.06. Leipzig, Völkerschlachtdenkmal



Herbert Grönemeyer

Herbert GrönemeyerÜber uns' Herbie aus Bochum ist ja eigentlich schon alles gesagt worden, wer kennt seine Geschichte mit ihren Höhen und Tiefen nicht. Sein neues Album heißt "Schiffsverkehr" und einmal mehr ist die Fachpresse begeistert. "'Schiffsverkehr' ist ernst und würdevoll, eine prägnante, dabei im Duktus ruhige Neubesinnung und musikalische Lebensbilanz. 'Schiffsverkehr' wird bleiben, mit jedem Hören anders. Verbeugung", schrieb die FAZ. Und die Berliner Morgenpost: "So dynamisch hat man Herbert Grönemeyer lange nicht mehr erlebt. Wuchtige Beats, stürmische Texte - Herbies neues Album strotzt geradezu vor Kraft und Energie." Einmal mehr wird allerdings jenseits des deutschen Sprachraums niemand von der Pop-Musik Herbert Grönemeyers Notiz nehmen.

16.06. Leipzig, Zentralstadion



Elton John

Elton JohnSir Elton John, Commander of the Order of the British Empire (CBE) stand auf der erlauchten Gästeliste, als bei den britischen Royals Hochzeit gefeiert wurde. Die letzte dieser Traumstories endete bekanntlich sehr verbeult in einem Pariser Straßentunnel, was wiederum Elton John zur meistverkauften Single aller Zeiten verhalf. Was im Jahre 1997 mit "Good Bye, England's Rose" begann (und mit dem bekannten "Candle In The Wind"-Refrain begeisterte), war 1974 ursprünglich und deutlich authentischer Norma Jean a.k.a. Marilyn Monroe gewidmet. Da wollen wir mal hoffen, dass Elton den Song nicht noch mal umschreiben muss für seine königlichen Kumpels im Buckingham-Palast. Er hat auch andere schöne, zum Beispiel auf seinem neuen Album "The Union".

17.06. Leipzig, Völkerschlachtdenkmal


Linkin Park

Linkin ParkDie Urgesteine des Nu Metal haben ein neues Album veröffentlicht, das "A Thousand Suns" heißt und mit dem sie sich neu erfinden wollen. Die Band selbst dazu: "Wenn Ihr unsere Band bereits kennt, werdet Ihr bemerken, dass dieses Album einen anderen Sound hat. Dies liegt zum einen daran, dass wir es lieben, neue Dinge auszuprobieren, zum anderen aber auch daran, dass wir auf so einen Sound in der alternativen Musik lange gewartet haben. Wir wollten Euch aber auch wissen lassen, dass ein Teil des Erlebnisses nur dann funktioniert, wenn ihr 'A Thousand Suns' von Anfang bis Ende durchhört." Mal sehen, ob sie das ganze Album live durchspielen. Pünktliches Kommen lohnt auch wegen des Supports von Dredg.

18.06. Leipzig, Festwiese


Rock The Nation

Rock The Nation - ForeignerEnde Juni könnt Ihr Euch in die Zeit beamen lassen, in der handgemachter Rock an der Spitze der Charts stand. AOR, Adults Orientated Rock (Rock für Erwachsene) nennt die Branche jenen Sound: Foreigner brachten mit "Juke Box Hero" alle Jungs zum Rocken und mit "I Wanna Know What Love Is" alle Mädels zum Weinen. Viel berühmter in den USA sind aber Journey ("Wheels In The Sky"), die bis heute 75 Millionen Alben verkauft haben. Manfred Mann's Earth Band standen schon Anfang der 1970er ganz oben, und von Kansas ist vor allem eine Nummer im Standardprogramm jedes anständigen Rockradios: "Dust In The Wind". In dieser Dichte kriegt Ihr diese Band nie wieder geboten! (Es gibt auch Tageskarten.)

25./26.06. Leipzig, Arena



Wort: F.W. / Bild: Bill Bernstein, P.D.