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Der BLITZ!-Wegweiser zu den Konzert- und Party-Highlights der Saison - Teil 2

Sommer, Sonne, satte Sounds


Endlich ist er nun wirklich da. Und als hätten wir uns nicht eben noch sehnlich ein paar Strahlen Sonne herbeigewünscht, meckern die ersten schon wieder, dass es zu warm, ja eigentlich schon wieder unerträglich heiß sei. Dabei ist es doch gut so, wie es ist, und gerade in diesem Monat ist es vielleicht am schönsten im ganzen Jahr. Das Tollste sind die endlosen lauen Nächte. Besonders, wenn sie mit einem emotionsprallen Konzert eingeleitet werden. Die repräsentative Auswahl dieser Doppelseite rechtfertigt für die vor uns liegende Saison den Slogan: Sommer der Legenden. Selten ist die Dichte der Stars so hoch gewesen, selten die Qual der Wahl so heftig. Klar, es gibt natürlich welche, die auch damit nicht so richtig was anfangen können. Denen es eben im Sommer zu heiß, im Winter zu kalt, im Herbst zu nass und im Frühling zu früh ist. Diesen kann freilich überhaupt nicht geholfen werden. Für die anderen gilt: Schnell zu den Vorverkaufsstellen, wer zu spät kommt, den bestraft der Sommer!


OMD

OMD

Es war die Zeit des Synthpop-Aufbruchs und OMD gehörten zu den Pionieren. Der ersten Single "Electricity" hörte man 1980 noch an, wer Vorbild für alle war: Kraftwerk aus Deutschland. Der nächste Hit brachte den Beweis, dass man zu einem Anti-Kriegs-Song entspannt abtanzen kann: "Enola Gay" hieß der Ami-Bomber, der 1945 die Atombombe auf Hiroshima warf. Dann brachten sie den Dreivierteltakt auf die Dancefloors, "Maid of Orleans" wurde zum schönsten Walzer der Pop-Geschichte und zur weltweit meistverkauften Single 1982. Die Legende lebt und Andy McCluskey ist noch immer unwiderstehlich!

22.06. Erfurt, Thüringenhalle
23.06. Leipzig, Parkbühne
26.06. Dresden, Elbufer


Sting

Sting

Dies dürfte eines der hochkarätigsten Musikereignisse des Jahres für die Freunde anspruchsvoller Pop-Kultur werden: Gordon Matthew Thomas Sumner, bekannt als Sting, wird mit einer vierköpfigen Rock-Band und einem Sinfonieorchester seine bekanntesten Hits aufführen. Zu hören werden Songs sein, die Geschichte gemacht haben, die definitiv zeitlos sind. Lieder aus der Zeit mit den Überfliegern Police, aber auch aus seiner Solokarriere: "Roxanne", "Every Little Thing She Does Is Magic" "Every Breath You Take", "Englishman In New York", "Russians", "If I Ever Lose My Faith In You". Allein die Aufzählung macht Gänsehaut und prickelnde Vorfreude auf ein definitiv unverpassbares Erlebnis in Leipzigs Arena.

23.06. Leipzig, Arena


Santana

Carlos Santana

Nur einen Tag nach dem britischen Pop-Heiligen Sting wird eine amerikanische Legende die Bühne der Arena entern: Carlos Santana, 64 Jahre alt, mexikanischer Herkunft und Erfinder des Latin Rock, stand schon in Woodstock auf der Bühne, als der Beat seine Unschuld verlor und zum Soundtrack der größten Jugendrevolte in der Geschichte mutierte. Im September 1970 erschien sein Album "Abraxas", das allein drei All-Times-Rockklassiker enthält: Während "Oye Como Va" und "Black Magic Woman" noch toughen Blues verkörpern, ist das Gitarren-Instrumental "Samba Pa Ti" bis heute der wahrscheinlich beliebteste Schlüpferstürmer auf lauschigen Sommernachts-Gartenparties. Unglaublich, wie diese Gitarre leise weint!

24.06. Leipzig, Arena



Love Musik Beach

Love Musik Beach - Deine JugendInzwischen eine Sommer-Party-Festival-Konstante bedient der Love Music Beach die heimlichen Wünsche aller Clubber: Satte Bässe in korrekter Lautstärke an einem lauschigen See in freier Natur. Raus aus den Partykellern, ran an den Strand, eine ganze laue Sommernacht lang abtanzen: Raver's Paradise. Neben den üblichen DJs, die aus den angesagtesten Clubs der Gegend kommen, schlägt dieser Jahrgang einmal mehr live ordentlich zu: Da sind Northern Lite, die schon jetzt legendären Neo-Popper aus Erfurt mit ihren tausendfach kopierten Soundmix aus Techno, Wave und Rock. Noch jung und heiß sind Deine Jugend mit ihrem verrückten Crossover aus elektrischen Boller-Beats und Punk. Rave-Rock vom Feinsten!

25.06. Neukirchen bei Borna, Harthsee



Rock The Nation

Rock The Nation - JourneyAufmarsch der Rock-and-Roll-Dinos: Eine ähnliche Breitseite von Hardrock-Giganten der 1970er und 80er hat es von einer Bühne herunter selten gegeben und wird in dieser Dichte wohl auch so schnell nicht wieder zu erleben sein. Hier können an zwei Abenden gleich eine Handvoll sehnsüchtiger Jugendträume erfüllt werden. Wer hätte vor 25 Jahren gewettet, dass er mal Foreigner, Journey, Kansas, Saga, Manfred Mann's Earth Band, Thin Lizzy, Mr. Big, Stryper und Survivor in zwei Tagen in einer Halle erleben darf? Mit so einer Vorstellung wäre man sicher für komplett verrückt erklärt worden. Heute ist verrückt, wer die Chance nicht nutzt, sich ein Weekend zu verschaffen, von dem noch den Enkeln erzählt werden wird!

25./26.06. Leipzig, Arena ⇒ Abgesagt!

With Full Force - Volbeat

With Full Force

Schon zum 18. Mal geht die Flora und Fauna um den kleinen Flugplatz Roitzschjora zwischen Bitterfeld und Bad Düben vorsorglich in Deckung, werden Vogelfluglinien weiträumig umgeleitet und die Seismografen der Erdbebenwarnstationen im Umkreis stillgelegt. Millionen von Watts donnern with full force von der Hauptbühne herunter. Volbeat, Hatebreed und Bullet For My Valentine heißen die diesjährigen Headliner, als Verbeugung vor den großen Zeiten sind Legenden wie Agnostic Front oder Kreator am Start. Wer weit mitternächtlich noch nicht komplett taub ist, darf im Großzelt weitermoshen. Der fröhliche Disco-Tanz heißt hier Knüppelnacht und genauso fühlt sich der Schädel am Mittag darauf auch an.

01.-03.07. Roitzschjora, Flugplatz



Mario Barth

Mario Barth

Um des lieben Himmels Willen, wo will denn unser Supermario noch hin?! Er füllt die Stadien Jahr um Jahr nach Belieben, im Vorprogramm laufen ganze Pop-Festivals ab, nur um den Massen die Zeit verkürzen, bis sie ihn endlich reden hören dürfen. Die meisten kennen natürlich die meisten Witze schon, was man Supermario nicht anlasten kann, sie sind ja selber schuld, wenn sie zig mal in die selbe Show rennen. Das Blöde daran ist, dass jeder Schreiberling unwillkürlich versucht ist, einen saublöden Kalauer zum Thema "Marios Witze haben einen Barth" anzusetzen, dabei ist das der Gag mit dem längsten Bart von allen. Wir verzichten also drauf. Und auch auf jedes andere Barth-Gedisse: Lachen ist gesund!

02.07. Leipzig, Red Bull Arena (ehem. Zentralstadion)



From The Underground

From The Underground - Monster MagnetAm Alperstedter See bei Erfurt wird wieder einmal gefeiert. Das 2001 als Geburtstagsparty gestartete Treffen der Stoner-, Heavy- und Groove-Rock-Szene geht in die nächste Runde. Stoned From The Underground ist ein Festival von Fans für Fans. Bands aus den USA, Japan, Frankreich, Norwegen, Griechenland usw. wissen das zu schätzen und reisen in Scharen nach Thüringen, allen voran Monster Magnet, ein Top-Act der Hart-Sparte. Aber auch Psychedelisches wird geboten, u.a. von Vibravoid, Grandloom und My Sleeping Karma, die alle aus Deutschland kommen. Was gibt's noch? Vom Erfurter Hauptbahnhof zum See fährt ein Shuttle-Bus. Trinkhörner und Nietengürtel sind erlaubt. Zelten sowieso. Und: Es gibt auch Tagestickets.

07.-09.07. Erfurt, Alperstedter See



Duran Duran

Duran Duran

Festhalten, meine Damen, die wilden Jungs sind wieder in der Stadt. Duran Duran sind so gnadenlos Eighties wie nur irgendeine Band der Welt. "New Romantic" hauchten die einen, "Popper" spöttelten die anderen. Irgendwo zwischen Wave, Pop, feinem Zwirn und teurem Friseur (soeben war MTV erfunden worden!) pflasterten sie weltweit die Plattenteller und Jugendzimmerwände. Ihren Adelsschlag erhielten sie, als Prinzessin Diana gestand, glühende Verehrerin ihrer Kunst zu sein. "Wild Boys" war nicht der einzige Smash-Hit der in Wahrheit gar nicht so wilden Jungs, da gab es zum Beispiel noch "Reflex", "Is There Something I Should Know" und ihren Titelsong zum 1985er James Bond: "A View To A Kill".

18.07. Leipzig, Parkbühne



Soehne Mannheims

Söhne Mannheims

Die Wallfahrt der frommen Söhne vom heiligen Berg Zion (der bekanntlich gleich hinter Mannheim liegt) führt mal wieder ins Sündenbabel an der Elbe. Im Gepäck eherne Wahrheiten, jede Menge Noiz und der neue Tonträger, mit dem die Streiter des Herrn die "Barrikaden von Eden" besetzen, um sich für das nahe Armageddon zu rüsten. Das Album stieg im deutschen Sprachraum überall auf Platz 2 in den Charts ein. "Wow! Wir freuen uns wirklich sehr über die große Resonanz!", schrieben die Mannheimer Söhne auf ihrer Homepage. Tatsächlich waren sie mit den letzten beiden Alben souverän auf dem Spitzenplatz eingestiegen. Aber das ist wohl derzeit unmöglich, die Welt ist momentan einfach komplett Gaga.

21.07. Dresden, Elbufer


Wort: FW / Bild: Josef Fischnaller, Beatrice de Gea, T. Mardo, Erik Weiss, P.D.