Leipziger Wasserfest
Party am und auf dem Wasser
Vom 12. bis 14. August wird das 11. Leipziger Wasserfest gefeiert. Orte des Geschehens sind der Lindenauer Hafen, das Bootshaus Klingerweg, der Stadtteilpark Plagwitz, die Schladitzer Bucht, der Cospudener See, der Clara-Zetkin-Park, der Richard-Wagner-Hain, der Kanupark am Markkleeberger See sowie der Zwenkauer See. Wir sprachen mit Initiatoren und Organisatoren über das Anliegen und die Höhepunkte der sommerlichen Großveranstaltung.
BLITZ!: Was ist das grundsätzliche Anliegen des Wasserfestes, nach wie vor der "Anschluss des Karl-Heine-Kanals an die Saale - der sogenannte 'Durchstich'"?
Dr. Sabine Heymann, Vorsitzende des Wasser-Stadt-Leipzig e.V. und Initiatorin des Leipziger Wasserfests: Anliegen des Wasserfestes ist tatsächlich weiterhin die Werbung für den Durchstich. Doch nicht ausschließlich, da die Anbindung des Kanals an den Lindenauer Hafen ja erst dann von besonderer Bedeutung ist, wenn die Leipziger Gewässer gut nutzbar miteinander verbunden sind. So unterstützen wir auch die kurze Verbindung von Zwenkauer See und Cospudener See. Mit dem Wasserfest weisen wir aber auch noch auf weitere Projekte hin, wie die Fertigstellung des Elster-Saale-Kanals.
Thomas Paarmann, Geschäftsführer von Paarmann Promotion, seit 2001 Mit-Organisator des Leipziger Wasserfests: Das Plus an Lebensqualität für die Wasserstadt Leipzig soll deutlich erkennbar werden. Ganz abgesehen von den Vorteilen für den Standort Leipzig aus wirtschaftlicher, kultureller, ökologischer und touristischer Sicht.
Falk-Gert Pasemann, Geschäftsführer von CWC Pasemann, seit 2008 Mit-Organisator des Leipziger Wasserfests: Ein weiteres Anliegen ist auch das Bewusstmachen des "Wasser-Feelings" in Leipzig. Obwohl Leipzig nicht an einem bedeutenden Fluss gebaut wurde, verfügt unsere Stadt inzwischen über mehr Wasserwege und -mengen als Berlin oder Dresden - lediglich Venedig hat mehr Kanäle und Brücken. Vielen Bewohnern und Gästen der Stadt ist dies nicht klar.
BLITZ!: In welcher Form werden diese Anliegen beim Wasserfest deutlich?
Dr. Sabine Heymann: Durch den Wasserduathlon zeigen wir, dass der Durchstich fehlt: Die schweren Zweier-Kajaks müssen eben einige hundert Meter getragen werden, damit sie von einer Anlegestelle zur nächsten kommen. Am Standort Stadtteilpark Plagwitz präsentiert der Elster-Saale-Kanal-Förderverein zudem die neuesten Ideen zum Elster-Saale-Kanal. Mit der großen Hafenparty am Lindenauer Hafen wollen wir zeigen, was Leben am Wasser sein kann. Aber auch die Bootsparade zeigt immer wieder, welche Aufenthaltsqualität auf und am Wasser erreicht wurde und noch erreicht werden kann.
Thomas Paarmann: Alle Veranstaltungen finden am, um und auf dem Wasser statt. Der Schwerpunkt wird dabei innerstädtisch auf die Leipziger Fließgewässer gelegt. Inhaltliche Entwicklungen werden rund ums das Vereinshaus von Wasser-Stadt-Leipzig e.V. im Stadtteilpark Plagwitz gezeigt.
BLITZ!: Wie hat sich das Wasserfest in den letzten Jahren entwickelt?
Dr. Sabine Heymann: Es kamen neue Partner und Standorte hinzu, um nur drei aktuellere zu nennen: Markkleeberger See und Schladitzer See als neue Standorte, der Hafengottesdienst der evangelischen Kirche und in diesem Jahr der Klassikstandort am Richard-Wagner-Hain. Das Entenrennen ist ein fester und sehr beliebter Bestandteil des Festes geworden und kommt nun jährlich einem guten Zweck zu Gute - wie in diesem Jahr dem Wasserspielplatz der KiTa Jadassohnstraße.
Thomas Paarmann: Seit dem ersten Jahr gab es zu jedem Wasserfest-Wochenende die verschiedensten Aktionen und Programmpunkte an zahlenmäßig wachsenden Standorten zu erleben. Dutzende Unterstützer, hunderte ehrenamtliche Helfer und tausende aktiv am Geschehen beteiligte Leipziger machen seitdem jedes Wasserfest zu einem besonderen und unvergesslichem Erlebnis. Die Besucherzahlen, die sich seit dem dritten Jahr stabil bei circa 250.000 Gästen halten, sprechen für sich und für den Erfolg des Leipziger Wasserfests.
Falk-Gert Pasemann: Man kann sagen, dass das Leipziger Wasserfest nicht nur in seinem Umfang stetig gewachsen ist. Auch die ausgereiften Inhalte der Veranstaltung und die Qualität des Fests allgemein bezeugen eine konzeptionell fundierte Planung und gewachsene Organisation im Vorfeld, die einem starken Team und starken Partnern im Hintergrund zu schulden ist.
BLITZ!: Was ist neu in diesem Jahr?
Dr. Sabine Heymann: In diesem Jahr wird erstmals der Entenlosverkauf auf die Seen im Südraum ausgeweitet.
Falk-Gert Pasemann: Ein neuer Standort, der Richard-Wagner-Hain mit den "Wasser Classics", wird gemeinsam mit dem Richard-Wagner-Verband Leipzig e.V. gestaltet. Zeitgleich finden in Bayreuth die Wagner-Festspiele statt. Mit den "Wasser Classics" soll an den Erfolg der Klassikveranstaltungen im Jahr 2009 angeknüpft werden - allerdings nun direkt am Elsterflutbett.
BLITZ!: Welche Veranstaltungen werden Ihrer Meinung nach die Höhepunkte des 2011er Wasserfestes werden?
Dr. Sabine Heymann: Wie immer sind die Bootsparade und das Entenrennen besondere Highlights des Leipziger Wasserfests. Doch wir wissen, dass jeder für sich seinen eigenen Höhepunkt finden wird.
Thomas Paarmann: Ein Highlight ist sicher "Wellen machen" in Kooperation mit dem KulturLounge e.V.. Zum zweiten Mal treten junge Bands aus der Region auf der großen Wasserfest-Bühne am Lindenauer Hafen auf. Um diese Auftrittsmöglichkeit haben am 18. Juni 36 Bands beim Rekordversuch "Wellen machen 36/ 11 - 36 Bands in 11 Stunden" gekämpft. Mit diesem Projekt wollen wir die junge Musik- und Kreativszene Leipzigs unterstützen und fördern und sie als wichtige Facette der Kulturstadt Leipzig zunehmend in das Leipziger Wasserfest integrieren. Und es finden natürlich wieder viele interaktive Spiele und Aktionen, wie der Germanwings-Flugtag und der Jägers-Wasserduathlon statt, die das Grundprinzip des Leipziger Wasserfests, die Gestaltung des Fests durch die Teilnehmer selbst, mit viel Spaß und Action verdeutlichen. (Anmeldungen sind über die Wasserfest-Homepage möglich – die Red.)

