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MerQury MerQury - Norbert Munser und Johnny Zatylny (v.l.) MerQury - Norbert Munser und Johnny Zatylny (v.l.)

MerQury im Interview

Authentisch mit Erfolg


Vor 20 Jahren starb mit Freddie Mercury, dem Frontmann der britischen Band Queen, einer der größten Rockmusiker. Im gleichen Jahr gründete sich in Dresden die Queen-Tribute-Band MerQury, eine der erfolgreichsten Revival-Bands der Welt.

Gemeinsam mit dem Ensemble der Staatsoperette Dresden und anderen namhaften Künstlern feiern MerQury im November eine gigantische "Nacht für Freddie" im Kulturpalast. Wir sprachen mit Sänger Johnny Zatylny und Keyboarder Norbert Munser über Freddies ewige Magie und über die große Show im Kulturpalast.

BLITZ!: Johnny, Deine Ähnlichkeit mit Freddie ist erstaunlich. War das schon immer so?
Johnny Zatylny: Vor 21 Jahren hatte ich noch blonde Haare und auch keinen Bart. Trotzdem sagte man mir bei einem Auftritt in einer amerikanischen Fernsehshow: "Hey Johnny, you looks like Freddie Mercury." Die Stimme, die Zähne, selbst die Größe stimmt genau. Freddie war lediglich ein wenig schmaler.

BLITZ!: Ihr seid die erfolgreichste Queen-Tribute-Band der Welt. 1991 wurde MerQury hier in Dresden aus der Taufe gehoben. Wie war das damals?
Norbert Munser: Eigentlich haben wir schon 1990 angefangen. Zu dieser Zeit hatten wir auch noch andere Sachen im Programm, doch die Queen-Songs kamen bei den Leuten einfach am besten an, so dass wir auch schon kurz vor Freddies Tod nur noch Queen-Songs gespielt haben.

BLITZ!: Ihr tourt um die halbe Welt und habt viele Fans. Sind das eher Queen-Fans oder konntet Ihr neue gewinnen?
N.M.: Wir haben sicherlich auch einige echte Queen-Fans, aber ich glaube, der größte Teil des Publikums auf den Konzerten kommt wegen uns und entdeckt seine Liebe zu Queen ganz neu. Wir transportieren mit der Musik, die wir machen, in erster Linie unsere eigenen Gefühle, unseren eigenen Charakter und unsere eigene Einstellung zum Leben. Auch wenn wir dabei natürlich die Musik von Queen benutzen.

BLITZ!: Johnny wird auf der Bühne immer mit Freddie verglichen. Ist das auf Dauer eher Fluch oder Segen?
J.Z.: Weder noch. Es ehrt mich natürlich, wenn das Publikum gewisse Gemeinsamkeiten zwischen diesem Ausnahmekünstler und mir feststellt. Viele denken deshalb, sie erleben auf unseren Konzerten eine reine Queen-Show. Erst im Verlauf des Konzerts merken sie dann, dass wir sehr eigenständig sind. Die Leute, die zu uns kommen, wollen vor allem Rockmusik und Spaß haben. Natürlich mögen sie auch die Musik von Queen.
N.M.: Wir geben ihnen genau das und dazu noch unsere eigene Lebens-einstellung, unsere Leichtigkeit, Traurigkeit - eben die gesamte Bandbreite der Gefühle. Wir sind authentisch und deshalb haben wir Erfolg. Wir klingen immer wie MerQury. Von großem Vorteil ist natürlich, dass Johnnys Stimme dem Original sehr ähnlich ist. Die Leute wollen auch den Vergleich - klar, wir spielen ja auch mit der Illusion. Aber wir sind wir und kopieren niemanden, wir spielen auch kein Theater. So komisch es klingt: Wer uns als Band erlebt, sieht, dass vieles gar nichts mit Queen zu tun hat.

BLITZ!: Am 19. November gibt es im Kulturpalast die "Queen-Party - Die Nacht für Freddie", anlässlich von 40 Jahren Queen und 20 Jahren MerQury ein großes Ereignis, oder?
J.Z.: Wir geben ja schon seit 1998 immer im November zugunsten der Dresdner AIDS-Hilfe die Queen-Party. Für mich wird die Queen-Party aber jedes Jahr besser. Und in diesem Jahr ist sie einfach etwas Besonderes - klar. Es ist ja auch der 20. Todestag von Freddie.
N.M.: Wir hatten ja schon viele international bekannte Künstler auf unserer Queen-Party zu Gast. In diesem Jahr wollten wir aber unbedingt ein Dresdner Orchester dabeihaben, was uns mit der Staatsoperette auch gelungen ist. Mit einem Orchester live zu spielen, ist immer etwas ganz Besonderes. Außerdem freuen wir uns riesig, dass Chris Thompson, der Ex-Sänger von Manfred Mann's Earth Band, mit dabei ist. Aber auch viele andere tolle Künstler. Es wird ein Konzert, nein ein echtes Festival, wie es sich Freddie nicht schöner wünschen könnte.

BLITZ!: Wird es Euch in 20 Jahren auch noch geben?
N.M.: Wir machen jetzt seit 20 Jahren Musik, die uns Spaß macht - es ist ein Traum! Hätte mir das damals jemand prophezeit, ich hätte es nicht geglaubt. Wir leben einfach den Moment. Es ist schwer zu sagen, was wir in Zukunft machen. Wenn du gerade frisch verliebt bist, denkst du auch nicht an eine nächste Frau.
J.Z.: Wer weiß? Vielleicht gibt es ja in 20 Jahren eine MerQury-Tribute-Band.


Internet:

www.merqury.com 


Wort: Maria Gubsch / Bild: Timm Nuechter , Privat