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Theater in Erfurt, Weimar, Jena Theater in Erfurt, Weimar, Jena

Theater in Erfurt, Weimar, Jena

Teufel und Prinz


Die gähnende Langeweile ist vorbei, denn der Sommer ist vorbei.

Der Sommer an sich ist im Grunde nicht langweilig.
Langweilig sind nur die leeren Kulturhäuser - durch den Sommer verschuldet. Nun, da uns der Herbst grüßt, kommt die Kultur wieder in Gang. Gänge durchqueren wir, um in die Säle zu gelangen.
Erfurt ist die größte Stadt Thüringens mit dem größten neuen Theaterhaus. Was erwartet uns in der neuen Spielzeit? Die Domstufen-Festspiele sind noch frisch im Gedächtnis, die Domstufen wieder vor Augen. Das Theaterhaus voller als der Dom. Premiere am 16. September feiert das Musiktheaterstück "Robert der Teufel" (Robert le diable). Die Uraufführung dieser Oper von Giacomo Meyerbeer erlebte Paris im Jahr 1831, also ein Jahr vor Goethes Tod in Weimar. Das Werk wird 18 Dekaden später noch immer das Publikum erfreuen, das freudige Erfurter Publikum. Weitere Aufführungen gibt's am 25. September sowie am 1. und 14. Oktober. Was an der Pariser Oper funktionierte, wird auch in der Thüringer Landeshauptstadt gelingen.
Gelingt uns der Sprung von Erfurt nach Weimar, klappert die Mühle im DNT. Heinrich von Kleist steht auf dem Programm, ganz ohne Krug und Kranze, wenn der "Prinz Friedrich von Homburg" die Bühne betritt. Die Bühne steht bekanntlich im Focus der Zuschauermenge, die den Saal im berühmten Nationaltheater säumt. Versäumt hat es die Stadt Weimar allemal, dass die Theaterbesucher unbeschadet vom Theaterplatz in das Theaterhaus gelangen, ohne ab und an bzw. immer häufiger von Herumlungernden beleidigt und mit Müll beschmissen zu werden. Da macht der Theaterbesuch wieder Spaß. Da geht Theater aufs Ganze und so weiter und tritt sich fest - auf Bergen von Müll. Kleists Stück beschäftigt sich mit der Sehnsucht nach guten Gesetzen, nach einer starken Ordnung, die Sicherheit gibt. Im diametralen Gegensatz erfahren wir hierbei, was Spruch und Widerspruch reflektierend bewirken. Nichts. Die Prinz-Premiere wird am 17. September gefeiert. Weitere Aufführungen stehen eine Woche später sowie am 1. und 14. Oktober im Plan.
Lassen wir Weimar links liegen und fliegen geradewegs nach Jena. Dort merken wir schnell, dass uns theatertechnisch verschlossene Türen erwarten. Die Spielzeit 2011/12 beginnt erst am 24. November. Das Theaterhaus Jena darf uns warten lassen.


Internet:

www.theater-erfurt.de •  www.nationaltheater-weimar.de •  www.theaterhaus-jena.de • 


Wort und Bild: Th. Hofer