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Mario Thiel Mario Thiel

Vorsicht, Thiel!

Ein befestigter Waldweg in Richtung Königsbrück


Nun möchte ich mich doch einem Thema widmen, welches ich bisher umgangen habe. Ich dachte, da ich keine Ahnung davon habe, sollte ich lieber die Klappe halten.

Oder den Kanzleramtschef von Frau Merkel machen, den Pofalla, und sagen: "Lasst mich mit der Scheiße in Ruhe!" Aber der meinte die Grundgesetz- oder Verfassungsscheiße oder so und kommt darum für mich nicht in Frage. Stellt Euch vor, in diesem Land würden alle ihre Klappe halten, weil sie von etwas keine Ahnung haben. Da hätte die ARD mehr als eine Talk-Show zu viel und den Jauch völlig umsonst gekauft. Der Papst hätte (mindestens) die Hälfte seiner Reden streichen müssen. Dresdens Stadtrat müsste sich gar nicht mehr treffen, höchstens als Selbsthilfegruppe der anonymen Schweiger. Da braucht im Landtag keiner zu grinsen! Und die Besetzung manches Chefpostens müsste neu überdacht werden.
Darum möchte ich heute etwas zum Bau der Königsbrücker Straße in Dresden loswerden. Ihr stutzt? Ja, den Bau der Königsbrücker! Bisher ist das ja wohl ein mehr oder weniger provisorisch befestigter Waldweg, der noch nicht mal durch einen Wald führt. Den hat man Straße genannt, weil "mehr oder weniger provisorisch befestigter Waldweg in Richtung Königsbrück" für die Straßenschilder zu lang ist. Allen ist klar, dass man die Königsbrücker bauen muss. Sogar wo ist diesmal unstrittig. Zwischen Albertplatz und Stauffenbergallee! Damit man eher am Flughafen ist? Nee, zum Flughafen will keiner. Höchstens in die Fördermittel-Fabriken. Aber wenn die Silicon-Fördermittel-Absahner ihre Werke wieder insolvent machen, müsste eigentlich keiner mehr da hoch. Bis die Fördermittel-Absahner mit neuen Fördermitteln wieder "neu" aufmachen.
Apropos Fördermittel: Ehe man baut, muss man sich fragen, welche Fördermittel es gibt? Gut, wir müssen also vierspurig denken. Offen bleibt nur, ob vierspurig in einer Richtung oder insgesamt. Vierspurig in einer Richtung hätte den Abriss ganzer Häuserzeilen zur Folge, aber das, denke ich, sollte man in Ruhe durchrechnen. Zumal es sicher Fördermittel für den Rückbau der Häuserzeilen geben kann. Vielleicht genügt auch der Abriss auf einer Seite, was den Vorteil hätte, die Anwohner der dann noch bewohnten Seite müssten nicht mehr auf die gegenüberliegende Häuserzeile schauen. Bis auf Details sind wir uns also einig, dass es vierspurig werden muss.
Fördermittel gibt es nur für ein eigenes Gleisbett der Straßenbahn? Also vierspurig auch für den Öffentlichen Nahverkehr! Natürlich auf vier separaten Gleisbetten. Erhöhen sich die Fördermittel auch mit der Höhe des Gleisbettes? Da sollte man keine Denkverbote aussprechen. Zumal man in eine Bahn, die in zwei Metern Höhe fährt, nicht doof reinglotzen kann, was eine neue Qualität des Individualverkehrs bedeutet. Okay, vierspurig heißt, wenigstens acht Schienenstränge, und es sieht damit nicht mehr so gut aus, für die andere, bisher erhalten gebliebene Häuserzeile. Aber man hätte damit logischerweise kaum noch Anwohner, die als Folge ihres Individualverkehrs auf Kindergärten und Schulen pochen würden. Das entlastet die Kommune und gilt als "gefühltes" Fördermittel. Noch ein kleiner Hinweis an die Verkehrsbetriebe: Immer darauf achten, dass in jeder Richtung gleich viele Schienenstränge liegen, es muss am Ende eine gerade Anzahl sein.
Ich will nicht arrogant sein, aber in Dresden neigt man dazu, neue Straßen nochmal "neu" zu machen, weil etwas Kleines fehlt. Was fehlt, sind noch Ampeln. Eigentlich logisch: An jeder Kreuzung, Haltestelle, Hausein- und -ausfahrt, Parkplatzzu- und -ausfahrt und natürlich vor allen Kneipen. Wichtig dabei: Diese Ampeln dürfen niemals ausgeschaltet werden oder miteinander korrespondieren, um jeglichen Eindruck einer Grünen Welle zu vermeiden.
Bliebe noch der Fahrradverkehr. Eingangs zitierter Herr Pofalla (CDU) würde den Autoabweichlern sicher zurufen: "Ich kann eure Fressen nicht mehr sehen!" Aber das kann mein Niveau nicht sein, zumal er Herrn Bosbach meinte, auch CDU, der doch tatsächlich eine eigene Meinung hatte. Wo kommen wir denn da hin? Also, es muss ein Radweg her! Nun fährt der Neustädter sowieso immer auf dem Fußweg, also muss man die Straße deswegen nicht verbreitern, zum Glück für angrenzende Wohngebiete. Beim Thema Radweg denke ich spontan an den Elbradweg und frage offen: Warum nicht einen Elbradweg auf der Königsbrücker? Mit Elbwiesen. Vielleicht auch mit Bäumen. Wobei der Altmarkt, der Neumarkt, die Prager und der Postplatz bewiesen haben, dass es auch ohne Bäume durchaus schön sein kann.
Wenn wir nun alle Fakten zusammennehmen, müssen wir von einem etwas größeren Platzbedarf ausgehen und vielleicht sollte man das gesamte Wohngebiet Neustadt nochmal in Ruhe überdenken. Zeit hat man, denn bis die Königsbrücker gebaut wird, können diese Häuser längst leergewohnt sein und mit den Fördermitteln dafür könnte man außerhalb Dresdens neue Wohngebiete erschließen, für die ehemaligen Neustädter, die dann allerdings früh in die Stadt rein müssten und abends wieder raus. Da brauchen wir sicher bald neue, breite Straßen …
Grundlos optimistisch,

Ciao, Euer Mario


Internet:

www.vorsicht-thiel.de


Wort: Mario Thiel / Bild: Tobias Kade