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Paintball Paintball Paintball

Paintball

Räuber und Gendarm


An Paintball scheiden sich die Geister. Was für die Einen eine Mannschaftssportart und sportliche Freizeitbeschäftigung ist, gilt den Anderen als gefährliches Killerspiel.

Paintball hat sich Anfang der 1980er Jahre in den USA entwickelt und findet stetig neue Begeisterte. Das Spielfeld kann dabei ein freies Gelände, ein natürlich nachempfundenes Szenario sein oder eine Halle mit luftbefüllten Formen sein. Die ewigen Kontroversen werden dabei durch die Spielausrüstung ausgelöst, denn jeder Spieler hat einen Markierer, mit dem er gegnerische Spieler durch bunte Farbkugeln markieren kann. Viele wünschen das Verbot solcher sogenannter Killerspiele und so werden dieser Sportart einige Steine in den Weg gelegt. Das fiel uns auch auf, als wir die Spieler vom Team Farbrausch während ihres Trainings besuchten, denn der Weg zur Trainingshalle ist wirklich kaum sichtbar. Doch statt aggressiver Freaks trafen wir auf kommunikative Sportler, die sich einmal pro Woche zum Training treffen und dabei auch gern ein wenig verquatschen. Und so fanden auch wir uns bald mit dem Ansprechpartner der Paintballarena Halle, Martin Müller, in ein Gespräch verstrickt.

BLITZ!: Wie kamst Du zum Paintball?
Martin Müller: Ich wollte das schon seit Jahren mal ausprobieren. Dann war ich 2005 endlich auf einem Woodland-Feld und dachte, es wäre ein einfacher Sport. Als die Indoor-Halle hier aufmachte, entdeckte ich eine andere Seite an Paintball. Durch das kleine Spielfeld ist es wesentlich actionreicher, aber auch körperlich anstrengend.

BLITZ!: Welche Voraussetzungen braucht man, um im Spiel zu bleiben?
M.M.: Wer sich nur versteckt, ist schnell vom Spielfeld. Am einfachsten haben es schnelle, kleine Spieler, die ihre Position wechseln, ohne dass der Gegner sie bemerkt. Eine gute Kondition ist also unabdingbar. Treffsicher sollte man auch sein und den Gegner markieren, bevor es einen selbst erwischt.

BLITZ!: Wie sieht Euer Training aus?
M.M.: Wir fangen mit 20 Liegestützen zum Aufwärmen an und dann rennen wir noch ein paar Runden durch die Halle. Ich wollte das eigentlich nicht, aber die gute Kondition ist notwendig, um in der oberen Liga mitzuspielen. Natürlich werden auch Bewegungsabläufe trainiert, die dann im Spiel Einsatz finden.

BLITZ!: Wenn Ihr so hart trainiert und es eine Liga gibt, nehmt Ihr doch sicherlich auch an Wettkämpfen teil?
M.M.: Das Team Farbrausch spielt mittlerweile in der 3. Bundesliga und hat dieses Jahr Platz 5 geholt. Obwohl es in Deutschland eine der strengsten Auflagen gegen Paintball gibt, sind unsere Teams europaweit ganz vorne mit dabei.

BLITZ!: Wie stehst Du zu Aussagen wie Paintball simuliere das Töten?
M.M.: Paintball ist ein Sport mit dem Ziel, in das gegnerische Feld zu gelangen, nicht jemanden am Kopf zu treffen oder zu verletzen. Für mich ist es eher ein modernes Räuber-und-Gendarm-Spiel, auf einem abgesteckten Feld. Natürlich möchte man gewinnen, sonst macht es keinen Spaß. Es geht nicht darum, in der Deckung zu stehen und wild herumzuschießen. Erst im Zusammenspiel mit dem Team und geübten Techniken ist man erfolgreich.

BLITZ!: Aber trotzdem wird oft eine Verbindung zum Kriegs- oder Kampfspiel geknüpft. Wie steht Ihr dazu?
M.M.: Leute in Tarnkleidung und mit Waffenreplikaten sind bei uns fehl am Platz. Wir wollen nicht den Kriegsspielfaktor, und das sagen wir auch. Es kamen schon einige her, die deshalb wieder gegangen sind, ohne zu spielen.

Nun wollten wir uns ein eignes Bild von Paintball machen. Ausgerüstet mit Maske und Markierer ging es über das bunt besprenkelte Spielfeld. Nachdem das Startsignal erklungen war, huschte ich durch die ersten Hindernisse. Es war ganz still in der großen Halle. Ihr Boden hat einen besonderen Belag, der die Farbe zerplatzter Kugeln aufnimmt. Aber nicht aller zerplatzten. Ich hatte das Gefühl, die Farbkugeln schrieen meinen Standort hinaus, wenn ich zwischen den Hindernissen wechselte und versehentlich auf eine trat. Mein Atem hallte unter der Maske. Ich spähte vorsichtig um die Ecke. Wo mein Gegner wohl steckt? Da schallten Schüsse und blaue Kugeln flogen in meine Richtung. Ich zielte, doch zu spät, die Gelatinehülle zerplatzte und die Lebensmittelfarbe verteilte sich. Weh tut es nicht, wenn man hier getroffen wird. Nur die Niederlage in dieser Runde schmerzt ein wenig, in der nächsten werde ich schneller sein. Paintball ist ein Sport, der eine gute Kondition und Treffsicherheit verlangt, den Ehrgeiz weckt, aber auch eine große Portion Spaß birgt. Wenn Ihr über 18 seid, taktische Spiele mögt und dabei noch etwas für die Fitness tun wollt, könntet Ihr der Paintballarena einen Besuch abstatten und Euch ebenfalls ein eigenes Bild machen.


Internet:

www.paintballarena-halle.de


Wort und Bild: Sandra Reichel