Maarkant
Hochprozentig und eisgekühlt
Viele sagen, HipHop wäre tot. Aber das ist alles Quatsch - Chemnitzer HipHop bleibt weiter in Bewegung! Jetzt meldet sich der 22jährige Maarkant zu Wort.
Im Dezember wird er sein Soloalbum "On The Rocks" veröffentlichen, eine rockige und sehr melodische Hip-Hop-Scheibe, die sich hören lassen kann!
Sonnenberg, Ortstermin bei Maarkant. In einer Zwei-Raum-Dachgeschosswohnung hat sich der Rapper und Produzent zusammen mit seiner Freundin ein musikalisches Wohnreich eingerichtet, ein Zimmer zum Aufnahme- und Produktionsstudio umfunktioniert. Die Begrüßung ist herzlich. "Willkommen in unserem kleinen HipHop-Paradies!"
Ein paar Schritte und eine Tür weiter und wir stehen im musikalischen Zentrum der Wohnung - Maarkants ganzer Stolz. Etwa 20 Quadratmeter, kein Chaos. Es scheint, als ob alles in diesem Raum genau dort steht, wo es stehen sollte. Links hinter der Tür glänzt eine vierstöckige Glasvitrine mit minimalistischem Inhalt: Auf jeder Etage befindet sich mindestens eine gute Whisky-Flasche. An der Vitrine lehnt eine akustische Gitarre. Rechts neben der Tür die Arbeitsstation: Ein langer Schreibtisch, darauf zwei Monitore, ein Computer, ringsherum jede Menge Boxen, ein Mischpult und Effektgeräte. Zwei weiße Chefsessel laden zum Rumlümmeln ein. Der Rapper zeigt auf die gegenüberliegende Tür im hinteren Teil des Raums. "Und hier wird aufgenommen." Die Aufnahmekabine befindet sich unter einer Dachschräge, ist rund zwei Quadratmeter groß. Nur die eingebaute Scheibe erlaubt den Sichtkontakt mit aufnehmenden Musikern.
"Angefangen mit Musik habe ich 2005, damals noch unter dem Namen Webs in der Crew 3Klang", erzählt Maarkant. Später zog es ihn nach Chemnitz, wo er die Freestyle-Rapper der Punchlionz-Crew kennen und schätzen lernte. "Letztes Jahr haben wir hier bei mir dann das Solo-Album von John Readen, 'In Music I Trust', aufgenommen." Er sagt das mit viel Stolz, wurde offenbar davon inspiriert. "Seitdem feile ich an meiner Solo-Platte, die nun endlich fertig ist." 13 Tracks, dirty, aber nicht primitiv.
Fast jeder Beat ist stark gitarrenlastig. "Darauf habe ich viel Wert gelegt und trotzdem bei jedem Song versucht, stilistisch zu variieren, auch was meinen Rap-Flow betrifft." Eine Hookline hat er gar mit Kids (etwa 15 im Alter von sechs bis zehn Jahren) des städtischen Kinderchors in der Musikschule auf dem Kaßberg aufgenommen. "Ich lege viel Wert auf melodische und einprägsame Hooks." Bei einem Track wird er von John Readen gefeatured, bei einem anderen von Sänger Alex Bach (Mitropamusik) aus Dresden unterstützt. Über ein weiteres Feature mit einem bekannten Berliner Rapper will er noch nichts verraten.
Warum das Album "On The Rocks" heißt? Maarkant: "Immer, wenn ich einen Song schreibe und aufnehme, schenke ich mir an dem Abend ein Gläschen eisgekühlten Whisky ein. Das ist mein Ritual. Und wenn ich merke, dass der Song Hitpotenzial hat, schenke ich mir später nach. Aber höchstens einmal." Melancholische Songs findet man nicht auf der Platte, auch nur einen politisch angehauchten. "Das wollte ich diesmal nicht. Die Scheibe soll einfach rocken!"
Auf 250 Exemplare limitiert wird es sie exklusiv nur bei Dresscode in Chemnitz (Am Markt 4) oder in Dresden (im Kugelhaus) geben. Der genaue Release-Termin (im Dezember) steht noch nicht fest. Auch eine offizielle Release-Party soll dann steigen. Wer vorab reinhören will, kann sich auf YouTube zwei Videos ("Paranoid" und "On The Rocks") anschauen. Beide Songs sind auch auf dem Album drauf und nebenbei im Laufe der letzten Monate entstanden. Maarkant beweist es: HipHop lebt!

