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Semperoper Semperoper

Der Nussknacker Der Nussknacker

Vorweihnachtliche Premieren in der Semperoper

Bach, Ballett und Märchen


Für viele ist die Vorweihnachtszeit gleichzeitig Kulturzeit. Und kaum eine Bühne lässt es sich nehmen, ihr Programm entsprechend anzupassen, auch die Semperoper nicht.

Der Spielplan der Semperoper im November und Dezember ist voll mit Oper, Ballett und Konzerten zum Thema Weihnachten, und zwar für die ganze Familie. Der interessierte Gast kann dabei aus bewährten Aufführungen der vergangenen Jahre, aber auch ganz neue Inszenierungen auswählen. Auf besonderes Interesse dürften dabei vor allem drei Premieren stoßen. Das Ballett "Der Nussknacker", die beiden musikalischen Märchen "Peter und der Wolf" und "Jakub Flügelbunt" als Doppelpack sowie Johann Sebastian Bachs Weihnachts-Oratorium.
Den Auftakt der Weihnachtspielzeit macht am 26. November die Premiere von Tschaikowskys "Der Nuss-knacker", ein Ballett in zwei Akten in der Choreografie von Aaron S. Watkin und Jason Beechey. Der "Nuss-knacker" zählt zu den weltweit meistgespielten Balletten, insbesondere zur Weihnachtszeit. Die höchst melodienreiche Musik vermag gleichsam facettenreich die erzählerischen Szenen des Christfestes wie auch die prächtigen Tänze des divertissementartigen Traumteils zu präsentieren. Im Mittelpunkt steht Marie, im russischen Original Mascha. Sie bekommt am Weihnachtsabend von ihrem Patenonkel Drosselmeyer einen Nussknacker geschenkt. Als sie am Abend zu Bett geht, schläft sie ein und träumt von einer Schlacht der vom Nussknacker angeführten Spielzeugsoldaten gegen das Heer des Mäusekönigs. Mit ihrer Hilfe siegt der Nussknacker, der sich danach in einen Prinzen verwandelt. Der Prinz reist mit Marie in das Reich der Süßigkeiten. Dabei geht es über den Tannenwald zum Schloss Zuckerburg, wo die dort residierende Zuckerfee zu Ehren ihrer Gäste ein Fest veranstaltet. Märchenhafter und weihnachtlicher geht es kaum, zumal die Produktion der Semperoper ihren Fokus auf eine traditionelle Umsetzung legt und das Märchen im Umfeld einer Dresdner Weihnacht ansiedelt.
Weil Ballett aber nicht jedermanns Sache ist, bietet die Semperoper im Rahmen der Jungen Szene eine interessante Alternative. Das musikalische russisch-tschechische Doppelmärchen "Peter und der Wolf" von Sergej Prokofjew und "Jakub Flügelbunt" von Miroslav Srnka. Beide Aufführungen sind in deutscher Sprache und für Kinder ab sechs Jahren geeignet. Insbesondere das sinfonische Märchen "Peter und der Wolf" dürfte den meisten großen und kleinen Musikfreunden bestens bekannt sein. Weniger bekannt ist wohl "Jakub Flügelbunt", ein Auftragswerk, das der tschechische Komponist Miroslav Srnka für die Semperoper Dresden schrieb. Das Stück trägt den rätselhaften Untertitel "… und Magdalena Rotenband oder Wie tief ein Vogel singen kann". Der junge Vogel Jakub hat sich bei seinen ersten Flugversuchen überschätzt und kann nach einem Unfall nicht mehr fliegen. Aber er lernt durch die kluge Eule, dass er auch andere Qualitäten hat und wird bei den Waldsportspielen prompt Sieger im Schnelllauf. Viel mehr als der Triumph aber interessiert ihn Magdalena, die ihn mit dem Siegerband kürt und für ihn unerreichbar scheint. Jakub geht durch Hoch und Tief, erlebt Zweifel, erfährt Solidarität und erweist sich auch selbst als echter Freund. Diese Mischung dürfte beim jungen Publikum gut ankommen.
Einen musikalisch-weihnachtlichen Leckerbissen gibt es dann Mitte Dezember mit Bachs Weihnachts-Oratorium unter der Leitung von Christian Thielemann. Nicht nur für den Zuhörer dürften die vier Konzerte in der Frauenkirche ein echtes Vergnügen werden, auch für den künftigen Chefdirigenten der Sächsischen Staatskapelle geht damit ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Christian Thielemann wollte noch vor seinem Dresdner Amtsantritt im Sommer 2012 unbedingt das Weihnachts-Oratorium dirigieren. Neben den namhaften Solisten und dem Kammerchor der Frauenkirche bietet hierbei auch die barocke Architektur des Kirchenbaus eine ideale weihnachtliche Atmosphäre.
Tipp zum Schluss: Am 3. Dezember findet ein Weihnachtssonderverkauf statt, bei dem es für ausgewählte Vorstellungen bis zu 50 Prozent Ermäßigung gibt.


Internet:

www.semperoper.de


Wort: Maria Gubsch / Bild: Matthias Creutziger, P.D.