In Extremo
The Pogues
Ich + Ich
Pur
Element of Crime
Robin Gibb
Rondo Veneziano
Runrig
Xavier Naidoo
Der BLITZ!-Wegweiser zu den Konzert- und
Party-
Highlights der Saison - Teil 3
Sommer, Sonne, Satte Sounds
Der Siebenschläfer hat's angekündigt und die
Wettertrendexperten, wenn nicht gerade im Vollzug, bestätigen: Uns
steht ein heißer Sommer bevor. Doch der muss uns nicht bange machen,
denn neben dem Körperkult am Baggersee gibt es viele kulturelle
Highlights unter freiem Himmel, die uns die lauen Sommernächte
versüßen werden. Die großen Festivals, die ohnehin jeder kennt, sind
dabei das eine. Wir haben für Euch ein paar ausgefallene
Konzerttipps abseits der ausgetretenen Pfade herausgesucht:
Besondere Künstler für besondere Abende im hiesigen Restsommer nach
diesem großen Fußballereignis im südafrikanischen Winter.
In Extremo
Zur Zelebration ihres 15. Bandjubiläums haben sie sich etwas
Besonderes ausgedacht: Drei Tage Party auf der Erfurter Zitadelle
mit Bands wie Oomph!, Pothead oder Fiddler's Green. Dazu kommen
Warm-Ups, After-Show-Parties in den Clubs der Stadt und - das wird
nicht überraschen an dieser Stelle - ein großer Mittelaltermarkt. Im
Zentrum stehen natürlich die beiden Konzerte der Mediäval-Rocker,
bei denen sie gänzlich unterschiedliche Programme mit lange nicht
gehörten Klassikern versprechen. Was für ein Spektakel!
24./25.07. Erfurt, Zitadelle Petersberg
The Pogues
Anfang der 1980er in London von einem losen Haufen
"Exil"-Iren gegründet, hatte die Band 1985 ihren Durchbruch mit dem
schönen Mitgröl-Hymnus "Dirty Old Town". Im Zentrum des Geschehens
stand von Beginn an Shane MacGowan, der Sänger mit dem schadhaften
Lächeln und dem enormen Spritverbrauch vor, während und nach den
Konzerten. Sie haben ihn rausgeschmissen ein paar Jahre lang,
wahrscheinlich hat er's gar nicht bemerkt. Die Fans boykottierten
die Band daraufhin. Nun trinkt er wieder öffentlich. Gott sei Dank!
05.08. Leipzig, Parkbühne
Ich + Ich
Sie haben die perfekte Arbeitsteilung entwickelt: Während
die eine Hälfte des Duos pausenlos unterwegs auf den Bühnen ist und
nebenbei noch Zeit für Duo-Projekte mit bekannten Rappern findet,
hat die Partnerin Muße, im Studio an neuem Material zu frickeln. So
erschien trotz unermüdlicher Live-Präsenz nach dem
Millionen-Seller-Album "Vom selben Stern" im vergangen November der
Nachfolger "Gute Reise". Dafür ist eben nur Adel Tawil auf der Bühne
zu erleben - man kann nicht alles haben.
13.08. Dresden, Elbufer
03.09. Halle, Peißnitz
10.09. Zwickau, Freilichtbühne
Pur
Ein deutsches Pop-Wunder. Keines allerdings, das als
Resultat eines Songcontests raketengleich an die Decke stieß. Pur
aus Bietigheim-Bissingen hatten schon ein Jahrzehnt harte Arbeit in
den Knochen, bevor sich der lange Riecher von Sänger und Texter
Hartmut Engler durchsetzte und sie in der ersten Hälfte der 1990er
binnen zweier Alben zu Superstars wurden. Engler war Kumpeltyp und
Frauenschwarm der Nation zugleich, alle wollten mit ins
Abenteuerland. Der erste Hit aber, der hieß wahrhaftig "Lena".
14.08. Zwickau, Freilichtbühne
Element of Crime
Im vergangenen Jahr hatten sie sich tatsächlich wieder
hinreißen lassen, nach langer Zeit ein neues Album einzuspielen.
Aufgeregte Hektik ist ihre Sache nun mal nicht, davon legt "Immer da
wo du bist bin ich nie" einmal mehr Zeugnis ab. Monate davor hatten
sie es geschafft, Leander Haußmanns hübschem Film" Robert Zimmermann
wundert sich über die Liebe" mit ihrem Soundtrack so maßgeblich den
Stempel aufzudrücken wie einst Yann Tiersen der zauberhaften Amelie.
Das macht ihnen keiner nach!
18.08. Leipzig, Parkbühne
20.08. Chemnitz, Wasserschloss Klaffenbach
Robin Gibb
Er prägte mit seinem Falsett maßgeblichen den Sound der
erfolgreichsten Familien-Band aller Zeiten. Die Bee Gees wurden mit
unglaublicher Hit-Dichte in der zweiten Hälfte der 1960er zunächst
als die Nachfolger der Beatles gehandelt und überlebten diese zehn
Jahre später nach verblüffender Metamorphose als Könige des
Disco-Pop. Und weil es Bruder Robin dazwischen immer mal wieder zu
langweilig wurde, veröffentlichte er Solo-Alben mit Nummer-Eins-Hits
wie "Saved By The Bell" oder "Juliet". Ein Phänomen!
27.08. Leipzig, Parkbühne
28.08. Dresden, Elbufer
Rondo Veneziano
Es grenzt an ein Wunder, dass das Konzept von Rondo
Veneziano trotz seines immensen Erfolges seit 1979 noch nicht
kopiert worden ist (nein, André Rieu zählt nicht). Das Orchester
spielt, gekleidet im Stil des Barock, ein Cross-over aus Musik des
17., 18. und 20. Jahrhunderts. Dabei werden aber nicht bekannte
Melodien erfolgsträchtig umgestrickt, vielmehr stehen Kompositionen
des Ensemblegründers Gian Piero Reverberi im Mittelpunkt - das macht
den Unterschied. Ihr größter Hit gilt ihrer Heimatstadt: La
Serenissima.
29.08. Radebeul, Schloss Wackerbarth
Runrig
Schottlands Kult-Band mit inzwischen fast vier Jahrzehnten
Geschichte und einem Dauerabo für Leipzigs Parkbühne. Schade, dass
es ihre Nationalelf, die sie in den Highlands "The Tartan Army"
nennen, nicht bis nach Südafrika geschafft hatte. Dann würde die
Welt jetzt Runrigs großen Hit "Loch Lomond" kennen, der so etwas wie
die offizielle Stadion- und Nationalhymne Schottlands ist. So aber
haben Leipzigs Fans diesen Song ganz für den eigenen Chorgesang. Und
wehe, es hupt einer mit 'ner Vuvuzela dazwischen!
01.09. Leipzig, Parkbühne
Xavier Naidoo
Auch Xavier Naidoo, Denker und Künder aus Zion (bei
Mannheim) hatte sich unter die Fangemeinde gemischt und unseren
Kickern schon 2006 für deren hervorragendes Abschneiden bei der
Fußball-Weltmeisterschaft gedankt, mit dem Lied "Danke". Die dankten
ihm dies, indem sie für den diesjährigen Soccer-Cup ausgerechnet
einen Song von Bushido als Maskottchen auswählten. Einmal mehr hat
ein hemdsärmliger Hampelmann einen Klassekönner aus dem Rennen
gekickt. Da hat der Schiri wohl wieder mal gepennt...
01.09. Chemnitz, Theaterplatz
03.09. Dresden, Elbufer
Wort: Frodo Wawrzyniak / Bild: Charlotte Goltermann,
P.D.