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Youn Sun NahYoun Sun Nah

MilowMilow

KorpiklaaniKorpiklaani

FirewaterFirewater

Eternal TangoEternal Tango

Eva JantschitschEva Jantschitsch

GusGusGusGus

BuggirlBuggirl

Umbra et ImagoUmbra et Imago

Nils KoppruchNils Koppruch

Charmant und virtuos 

Ulf Wakenius ist ein großartiger schwedischer Gitarrist. Aber Ulf spielt im folgenden Fall nur die zweite Geige, da Youn Sun Nah (Foto) die erste streicht bzw. singt. Besagte Koreanerin, aus einer Musikerfamilie stammend, ging jung nach Frankreich, um Chansonsängerin zu werden. Daraus wurde nichts. Youn wandte sich darufhin der Pariser Jazzszene zu. Das wurde was. Koreanische Mystik, Chanson und Jazz spielt das junge Asi-Skandina-Duo nun, mit einer charmanten Sängerin und einem virtuosem Saitenkünstler, kristallklar und präzise. Youn Sun Nah und Ulf Walkenius im ungleich gleichen Duett voller mystischer Akustik.

25. Juli
Jena, Volksbad 





Jonathans Atmosphäre 

Milow ist wohl der Superstar, den sich die Kulturarena-Macher an Land gezogen haben. Der große Fisch aus Belgien ist (natürlich) durch seine Coverversion von "Ayo Technology" weltberühmt geworden. Das Original von 50 Cent, Justin Timberlake und Timbaland ist eigentlich gar nicht mehr zu hören. Der Löwener Singer/Songwriter, der im Dunkeln Benjamin von Stuckrad-Barre zum Verwechseln ähnlich sieht, haucht mit seiner liebevollen Stimme und seiner leisen Gitarre keine Kerze aus. Milow ist die Schmusenase für Verliebte wie für einsame Herzen. Jonathan Vandenbroeck, so heißt der Mann mit bürgerlichen Namen, schafft Atmosphäre.

30. Juli
Jena, Theatervorplatz 





Feiern im Freien 

Die Wochen der Open-Air-Feste liegen vor uns. Einige davon wollen wir Euch zumindest erwähnend an die Herzen legen und gehen dabei chronologisch vor. Das Auerworld in Auerstedt läuft von 30. Juli bis 1. August u.a. mit Andreas Max Martin, das Madstock Festival am 6. und 7. August in Stadtilm im Garten Eden u.a. mit Mrs. Frizzle. Von 6. bis 8. August findet in Gößnitz das Gößnitz Open Air statt, mit dabei sind Korpiklaani (Foto), ein Wochenende später das PartySan Metal Open Air in Bad Berka, Headliner sind u.a. Autopsy, und von 20. bis 22. August in Gotha-Sundhausen das lustige Cucuma Festival.

30. Juli bis 22. August
Auerstedt, Stadtilm, Gößnitz u.a. 





Ohne Konventionen 

Es gibt Musik, die einzuordnen nicht immer ganz einfach ist. Eine solche Musik ist vor 13 Jahren in einem dunklen Keller in Brooklyn entstanden. Verantwortlich dafür zeichnete die Gruppierung Firewater, und diese lässt es sich bis heute nicht nehmen noch immer in Verantwortung zu stehen. Gruppenvorsitzender ist Tod A (Foto), der Mann, der Konventionen in den Arsch tritt und eben das macht, was er will. Ja, mein Gott, wie klingt die Musik der bunten Truppe? Punkrock ist drin, viel Ska, südamerikanische Rhythmen, Jazz und ganz viel Volksmusik. Da sagt Gott, es sei Indie-Folk-Punk!

31. Juli
Jena, Kassablanca 





Kein Geheimtipp mehr 

Luxemburg ist ja nicht gerade für musikalische Raffinessen bekannt. Eigentlich ist Luxemburg als Teil von Benelux oder als "ehemalige" florierende Steueroase bekannt. Aber das kleine Ländchen im Herzen Europas kann tatsächlich kräftig auf die Pauke hauen, oder besser gesagt auf moderne Rock-Drums und nimmermüde E-Klampfen. Mit Eternal Tango besucht uns eine Band, die kein Geheimtipp mehr, sondern bereits ein etablierter Rock-Act ist. In den letzten zwei Jahren haben die fünf Jungs aus Dudelange mehr als 300 Gigs gespielt, Gigs, die den Rock zelebrieren, wie es von Luxemburgern nicht zu erwarten war.

31. Juli
Elend, Rocken am Brocken
17. September
Erfurt, Museumskeller 





Eigenwilliger Sound 

Nur nicht die Stadt verlassen solltet Ihr, wenn die Wiener Künstlerin mit dem femininen Namen Gustav in Jena durchs Tor schreitet. ("Verlasst die Stadt" heißt nämlich das aktuelle Album der Wienerin, die fern der Bühne Eva Jantschitsch genannt wird.) Gustav komponiert ihre Songs am Laptop, spielt einige Instrumente und singt schönen deutschen und englischen Klangbrahms. Elektronische Mugge kommt aus der Dose, oft schlagerähnlich, in einem Wirrwarr asketischen Sounds. Eins ist ohne Zweifel auf die gehisste Fahne zu schreiben: Gustav kreiert einen ganz eigenwilligen Sound, experimentell, ausgeschliffen - und doch ein absolut hörbares Ereignis.

13. August
Jena, Kassablanca 





Ein MussMuss 

Angefangen hat alles im Frühjahr 1995, als die jungen Filmemacher Stefán Árni und Siggi Kjartansson einen Kurzfilm planten: Eine Kurzgeschichte über das wahre Leben von Reykjavik. Das ist dann auch was geworden und noch viel mehr: Sie machten eine Platte. Und gut, dass sie dies taten, denn die Isländer machen noch immer Platten. Das Duo wechselte Musiker und ist eben heute ein Trio. Triumphal bespielen die Wikinger die Bühnen Europas mit ihrem Techno-Soul. Sie verbreiten gute Laune und bringen jeden Dancefloor zum Beben. Jaja, dafür sind die Nordeuropäer bekannt. Wer? GusGus aus Reykjavik. Ein MussMuss mit Kick!

21. August
Jena, Theatervorplatz 





Blondinen und Kängurus 

Australien hat ja eine gewisse Export-Pop-Rock-Kultur, allerdings teils gewissenlos. Losgelöst von AC/DC oder Rose Tattoo singen die Down-Under-Stars Kylie Minogue oder Nicole Kidmann, obwohl letztgenannte vor allem Zurschaustellerin ist, wenn sie nicht gerade am Mikrofon von Robbie Williams klebt, der nicht mit Robin Williams verwechselt werden darf, da dieser Robin tatsächlich Schauspieler ist, weniger leise als das Duett Buggirl (Foto) mit der schrägen Gitarre. Böser Klopfrock für harte Ohren ist neben Blondinen, Kängurus, tasmanischen Teufeln (Kidman) und Aborigines eben auch Australien.

3. September
Erfurt, Museumskeller 





Der lebendige Mozart 

Mit "Opus Magnus", ihrem aktuellen Tonträger, geben Umbra et Imago auch in Thüringen ein Stelldichein. 18 Jahre sind die Karlsruher bereits unterwegs und allen Gothic-Freaks ein Begriff. Mozart, der Sänger, nicht Mozart, der Komponist, spricht und singt in tiefen Höhen, die an Till Lindemann denken lassen. Madeleine Le Roy singt wolkig. Zu tiefen und metallischen Gitarrenriffs und schmissigen Beats produzieren die fünf Süddeutschen schwarzen Sound, der auf "Opus Magnus" kraftvoll umgesetzt wurde, einem "tiefgründigen, metaphysischen und philosophisch gefärbten Werk um Gottesbild und Sinnfrage", so der lebendige Mozart.

10. September
Erfurt, HsD 





Ohne Gedöns 

Der Fink ist tot. Es lebe Nils Koppruch. Zehn Jahre Fink waren genug, 2007 startete der Liedschreiber seine Sololaufbahn. "Caruso" heißt das neue Album, auch wenn die Stimme des Hamburgers wenig mit Oper zu tun hat. Ausgewogen, bluesig, lässig, geradlinig und deutsch klingt die urbane Country-Musikalität. Größtenteils im Keller experimentiert, irgendwo auf St. Pauli, lud Koppruch daraufhin befreundete Musiker ein, die die Songs abrunden sollten. Das ist auch gelungen und so ein unabhängiges Gesamtwerk entstanden, das die Lust zum Hören weckt, ohne marodes Gedöns vieler Unbenannter.

13. September
Erfurt, Museumskeller 








Wort: Niklas Hoffa, B.C. / Bild: Eva Vermandel, Martin Black, Miao Wang, Nah Inu, Hoermanseder, Eric Weiss, P.D.

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