
Van Der Graaf Generator

Marcel Flemr

17 Hippies

Reiterinnen der Comanchen-Ranch

Helge Schneider

Famus Krus

Max Herre

Tindersticks

Dead Combo
Musiker ohne Buckel
Nachdem Peter Hammill in der Vergangenheit schon dreimal zu
Solokonzerten in Erfurt zu Gast war, erscheint er diesmal mit dem
Van Der Graaf Generator, seinem Trio. Die britische
Progressiv-Rockband wurde bereits 1968 gegründet, hat also mehr als
40 Jahre Musikgeschichte auf dem Buckel, was nicht heißt, dass die
Musiker auch schon Buckel hätten. Nein, Hammill, Banton und Evans
stehen noch voll in der Blüte ihres musikalischen Schaffens. Was sie
im Jahr 2013 wieder beweisen können. Die heutigen Konzerte werden
auch "Flight" enthalten, ein Cover des 20minütigen
Peter-Hammill-Stücks, das letztes Jahr in Japan und den USA
aufgeführt wurde.
21. Juni
Erfurt, HsD
Am Originalschauplatz
Zum 11. Mal geht das Bluesfestival Bad Berka in diesem Jahr
an den Start - am 22. Juni als Open Air im Kurpark, also am
Originalschauplatz. Wie gewohnt mit vier Acts, wobei einer davon die
Thüringer Dogma'n mit Freunden um Gastgeber Micha Rötsch sind. Den
Auftakt übernehmen die Dresdner Jungs von Big Dipper mit Gesang,
Gitarre, Schlagzeug und Bass. Es folgen gute alte Bekannte,
Traveling Blues, die Band des Multiinstrumentalisten Dieter Gaste.
Und ehe die Mannen um Micha Rötsch, der in diesem Jahr seinen 50.
Geburtstag sowie 30 Jahre auf der Bühnen feiert, dann zum Spiel
kommen, bluest der Prager Gitarrist und Sänger Marcel Flemr (Foto)
mit seinem Trio.
22. Juni
Bad Berka, Kurpark
Altes und Bewährtes
Dank "Phantom Songs" haben die 17 Hippies seit ihrer
Gründung nun zehn Alben veröffentlicht. Das ist eine ganze Menge.
Und eine ganze Menge Leute kommen auch wieder nach Erfurt auf die
Bühne, um Musik zu machen. Zählen ist übrigens zwecklos. Denn es
sind keine 17 Musiker. Diese Zahl wurde nur gewählt, weil sie gut
klingt. Das, was die Hippies machen, nennt man wohl Weltmusik oder
ist zumindest so etwas wie Weltmusik oder Folklore. "Phantom Songs"
ist mittlerweile auch schon seine zwei Jahre alt. Bleibt abzuwarten,
dass den vielen Musikgehirnen wieder etwas Neues einfällt. Noch
allerdings bleibt's bei Altem und bei Bewährtem.
28. Juni
Erfurt, HsD
Fürs amerikanische Herz
Was für den einen das Auto ist für den anderen das Pferd.
Bereits zum 8. Mal findet in Bernshausen das Rhöner Open Air Country
Festival statt. Vor allem Musikfreunde kommen da voll auf ihre
Kosten. Denn sieben Country-Bands, darunter das Urgestein Lonnie
Dale, sind für gute Unterhaltung gebucht. Dazu gibt es viele
Reiterspiele und auch ein Kinderfest. Drei Tage dauert das Spektakel
an. Eröffnet wird die Veranstaltung mit dem traditionellen Einmarsch
der Pferde und einer Reit-Show zur amerikanischen Nationalhymne. Da
wird alles geboten, was das amerikanische Herz begehrt. Neu im
Programm sind die Reiterinnen der Comanchen-Ranch. Das sind Stunts
im rasenden Galopp.
28.-30. Juni
Bernshausen (bei Bad Salzungen)
König der Läuse
Während andere Ferien machen, tourt der Bursche - den ganzen
Sommer über! Los geht's am 22. Juni im österreichischen Klagenfurt,
und Anfang Juli landet der souveräne Quatschkopf Helge Schneider
hier bei uns. Da haben wir Schwein gehabt, denn der Termin in
Leipzig (3. Juli) wurde wegen des neuen 00-Schneider-Filmes
verschoben, welcher im Herbst in die Kinos kommt. Als
Gartensparten-Elvis ("Moral") ist der Meister jetzt schon in "Ohne
Gnade" zu sehen. "Gnadenlos schlecht", urteilte die Welt über den
Film, nicht über Helge Schneider. Und selbst wenn, hätte das den
König der singenden, tanzenden Blattläuse auch nicht gestört.
5. Juli
Weimar, Schlosshof im Stadtschloss
Zur Tatortzeit
Mit "Verbrannt, zerfetzt und zugegilbt" entführt Famus Krus
das Weimarer Publikum und auch anderes Publikum, auch gar kein
Publikum in die Verwirrung einer Musik ohne Ton. Im 19minütigen
Reigen der "The 20 Minutes Compilation" von Niklas Hoffa bedarf es
wenig Andacht, aber durchaus Mut, einem kurzen Streifzug durch
Weimars Nebenstadt beizuwohnen. Viel Musik gibt's also nicht, dafür
reichlich wenig Text und etwas Gemurre. Wer sich dem Zuge
anschließen möchte, sei recht herzlich eingeladen. Treffpunkt wird
der Garten neben dem historischen Friedhof sein, zu einer Zeit, zu
der ansonsten vor allem der Tatort beginnt.
14. Juli
Weimar, Prosekscher Garten
Was die Welt ausmacht
Das erste Konzert, das auf der Kulturarena ausverkauft war,
war das von Jan Josef Liefers & Oblivion. Hätten wir Wetten
abschließen können, wer weiß, ob einer gewonnen hätte. Nun gut,
Liefers ist Erster und weitere werden Zweite sein. Was ist
eigentlich mit Max Herre (Foto)? Zu Zeiten des schwäbischen HipHop-Booms
der 90er Jahre hat auch Herre mitgemischt, etwas ruhiger und dazu
etwas nachdenklicher. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert.
Die Zeiten des Freundeskreises sind vorbei, und doch spricht Herre
noch immer von sich und der Welt um ihn herum und was sie ausmacht.
Von den kleinen Dingen, den großen Dingen, von Träumen und Realität.
19. Juli
Jena, Theatervorplatz
Kult und Kammer-Pop
Über die Tindersticks wurde bisher alles gehört und
geschrieben. Die melancholischen Typen aus Nottingham spielen
bereits seit 20 Jahren immer und immer wieder hier und da und in
diesem Jahr zum Glück auch auf der Kulturarena. Schwebende
Gitarrenflächen verbinden sich in ihrer Musik mit etwas Rock, Soul
und Jazz. Die Tindersticks haben, obwohl sie keine massentaugliche
Musik produzieren, einen unglaublich großen Fankreis, der mit Hieb
und Stich behaupten kann, Anhänger einer Kultband zu sein, die sich
in den letzten Jahren zu einer Kammer-Pop-Band entwickelt hat - mit
mehr klassischen Elementen, akustischen Gitarren und schwebenden
Melodien.
20. Juli
Jena, Theatervorplatz
Keine Gitarren an der Wand
Die neue Kulturarena ist wieder voll im Gange. Mitte Juli
geht's so richtig los. Auch mit den großen Konzerten. Grund genug
für uns, noch eins rauszupicken. Zur "ArenAkustik" kommt mit der
Dead Combo ein ganz spezielles Erlebnis auf Euch zu. Das Duo hat
seinen ganz eigenen Musikstil kreiert, nämlich den Dark Fado.
Irgendwo zwischen Alternative, Americana, Neil-Young-Gitarren und
traditionellem Fado bringen die beiden Gitarristen einen etwas
morbiden, schwermütigen, aber gleichzeitig unendlichen Sound auf die
Bühne. Das ist allerfeinste Gitarrenkunst, die Ihr Euch auf jeden
Fall antun solltet. Auch wenn bei dem ein oder anderen die Gitarre
an der Wand hängt.
30. Juli
Jena, Volksbad
Wort: Thomas Hofer, Karsten Spehr / Bild: Thomas Hofer, Till Oellerking, P.D.