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Graveyard Rodeo

Der Horror geht weiter


Bands und Fans der Horrorpunk- und Horrorbilly-Szene gleichermaßen eine Plattform zu bieten, darum geht es Alex (Foto) aus Jena.

Alles begann im November 2008 mit einem Auftritt der Crimson Ghosts (damals noch unter dem Deckmantel einer Wave-Party). Dieser gab den Auftakt zum ersten Graveyard Rodeo im Juli 2009. Seither haben Alex und seine fleißigen Helferlein 13 Rodeos im Jenaer Café Wagner und eine Vielzahl weiterer Konzerte organisiert. Eigentlich ist der Thüringer im sozialen Bereich tätig. Zur Veranstaltungsorganisation kam er eher zufällig. "Ich bin da langsam reingerutscht. Die Konzerte und Parties der Umgebung passten nicht in meine Vorstellungen, also haben wir gesagt: Machen wir es selbst!" Hinter dieser Entscheidung steckt eine gehörige Portion Idealismus, denn letzten Endes profitieren die anderen. Ein wenig Eigennutz ist jedoch nicht abzustreiten - wann hat man schon einmal die Gelegenheit, Bands quasi für sich spielen zu lassen? Leider kristallisierten sich im letzten Jahr immer mehr interne Streitpunkte heraus. Erst sorgte die stetig wachsende Konkurrenz für stagnierende Besucherzahlen und dann endete auch die bislang enge Zusammenarbeit mit dem Café Wagner. Weitere geplante Veranstaltungen mussten schweren Herzens abgesagt werden. "Die meisten Fans haben enttäuscht reagiert. Von Seiten der Bands wurde uns sehr verständnisvoll begegnet." Einen Trost gibt es sowohl für Musikliebhaber als auch die unzähligen Bands der Szene. Zwar ist eine Fortsetzung der Partyreihe in Mitteldeutschland, auch aufgrund der stetig wachsenden Konkurrenz aus dem 90 Kilometer entfernten Leipzig, eher fragwürdig. Jedoch soll dies nicht das endgültige Ende gewesen sein. Am 14. April findet das "Return of the Graveyard Rodeo" im Ilmenauer BI-Club statt. Andere Stadt, andere Location, aber das gleiche Konzept. Im Mittelpunkt stehen nach wie vor die Bands und das Live-Erlebnis. Wie es längerfristig weitergehen soll, wird derzeit heftig diskutiert. Denkbar wäre beispielsweise, "an verschiedenen Orten etwas in der Art eines Wanderzirkus zu etablieren, so könnte man den Untergrund noch stärker vernetzen". Zwar blickt Alex gern auf viele tolle Abende im Café Wagner zurück. Doch jetzt heißt es, den Blick nach vorn zu richten, mit voller Kraft voraus zur neuen Ära des Graveyard Rodeos. Motivation sind für Alex und die ganze Crew nicht zuletzt die vielen Besucher, die teilweise mehrere hundert Kilometer fahren, um Teil der Party zu sein. "Auch schön zu erleben war die manchmal überraschende Freundlichkeit und Großzügigkeit einiger Musiker." Es sind solche vielleicht banal wirkenden Kleinigkeiten, welche Alex dazu bewegen, weiterhin an seinem Traum festzuhalten. Der heißt nicht etwa, durch seine Veranstaltungen reich und berühmt zu werden. "Wir sind lediglich ein paar Leute, die von der Idee bis zum Saubermachen alles selbst machen." Und das soll auch weiterhin so bleiben.


Internet:

www.myspace.com/graveyardrodeoghoulsclub


Wort und Bild: Katharina Leest

BLITZ! Thueringen

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