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Mario Thiel

Mario Thiel

Vorsicht, Thiel!

Fachkräftemangel


In unserem Land herrscht ein Fachkräftemangel, dass es den Hund jammert. Das geht so weit, dass in Sachsen ein junger Rechtsanwalt Kultusminister werden musste, weil er zwei Kinder hat und selbst einmal Schüler war. Die haben keinen gefunden, der bessere Referenzen vorweisen konnte. Davon abgesehen, dass man in Deutschland scheinbar generell Jurist sein muss, um ein Amt zu bekommen. Manchmal frage ich mich, wie man diesem Löw die Fußball-Nationalmannschaft anvertrauen konnte. Der ist Groß- und Außenhandelskaufmann, weshalb das Vorrunden-Aus zur WM nur wenige Insider überraschen konnte.
Noch mal zurück zum sächsischen Schulanwalt. Der kämpft seit Amtsantritt mit einem enormen Lehrermangel, den seine Partei, die CDU, in dreißig Jahren an der Sachsen-Macht durch Wegsparen maßgeblich verursacht hat. Das brachte ihn zu der spektakulären Einschätzung, dass da sicher auch von der CDU Fehler gemacht wurden, aber der Blick zurück nichts bringt, weshalb man nach vorn schauen möchte. Yes, Baby! Ich stelle mir einen Autofahrer vor, der einen Radfahrer weggeröstet hat, was der leider nicht überlebte und dann vor Gericht argumentiert: "Sicherlich habe auch ich Fehler gemacht, aber da der Radfahrer tot ist, bringt der Blick zurück nichts. Da gilt es, nach vorn zu schauen." Okay, schauen wir nach vorn.
Was ist Anwalts Plan gegen fehlende Lehrer? Verbeamtung! Natürlich nicht alle, nur die jungen Lehrer. Die alten sind so alt, die laufen nicht mehr weg. Da nutzt der Blick zurück gar nichts. Reicht aber leider nicht! Also, Stundenplan reduzieren. Schließlich sind Sachsens Schüler die besten in Deutschland und da kann man getrost kürzen. Haben sich die kleinen Racker verdient. Und mal ganz ehrlich: Deutsch, Musik, Kunst, Mathematik, Sport oder Fremdsprachen… Wozu? Gerade in Sachsen. Andererseits hätte man auch die Schülerzahlen reduzieren können. Schulpflicht ja, aber erst ab 10 Jahren. Ab 9 Jahren kann man schon, wenn man möchte. Und ab 8 Jahren nur mit Eignungstest. Ich denke, da reichen auch die Lehrer, zumal der Eignungstest so gestaltet werden kann, dass es keiner mit 8 Jahren schafft. Vielleicht mit ein paar Grundfragen zur Atomphysik oder den bürgerlichen Pflichten in einer Demokratie?
Apropos Eignung. Nehmen wir den Job des Verteidigungsministers. Nachdem man sich da an den ersten Wehrdienstverweigerer gewöhnt hatte, kam bald die erste Frau und nun schon die zweite. In der Bundeswehr schaut man gar nicht mehr hin, wer Chef wird. Der Truppe ist es mittlerweile völlig egal, ob es der homosexuelle Bankkaufmann wird, bei dem ein absolvierter Wehrdienst auch von Google nicht im Lebenslauf gefunden wurde. Oder ob es wieder eine Frau wird, die Kanone mit Gulasch assoziiert. Um es mal laut zu sagen: Ich habe null Probleme mit homosexuellen Wehrdienstverweigerern und Frauen finde ich gut, gab es schon zu meiner Zeit zu wenig in der Armee. Aber: Wir haben eine Berufsarmee und der Einzige, der fachlich völlig unbedarft ist, ist der Chef. Entschuldigung, die Chefin! Dagegen war sogar Schlecker professionell geführt!
Schätzfrage: Bei wie vielen Männer-Eishockeymannschaften auf der Welt steht eine Eiskunstläuferin als Coach an der Bande? ... Und die Leute, die so etwas entscheiden, diese Leute werden wieder völlig ratlos vor Mikrofonen stehen und sich fragen, wie das passieren konnte, was gerade passiert. Dabei kann man diese Frage heute schon ganz einfach beantworten und selbst die Schuldigen kann man benennen. Da braucht es wirklich fast keinen Blick zurück…
Satt ohne Ende, euer Mario


Internet:

www.vorsicht-thiel.de


Wort: Mario Thiel / Bild: Tobias Kade