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Mein Lotta-Leben

Mein Lotta-Leben


Nicht immer gelingt es, herausragende Kinderdarsteller zu finden bzw. Kinder vor der Kamera entsprechend zu führen. Aber Lottas Leben ist hochwertig gemacht, kurzweilig und eine Empfehlung vor allem für die weiblichen jungen Kinogänger und ihre Begleitungen. Mama schwimmt auf der Joga-Ayurveda-Welle, Papa ist nicht gerade der Kommunikativste und die beiden Brüder einfach nur nervig. Aber, Lotta hat ja ihre Bande mit Freundin Cheyenne und Nerd Paul. Ihre Abneigung gegen eine zickig-eingebildete Mitschülerin ist ganz offensichtlich. Kein Wunder, dass die beiden Freundinnen nicht eingeladen werden zu deren Party. Es muss doch eine Möglichkeit geben, da noch hinzukommen. Fast zerbricht die Freundschaft zwischen Lotta und Cheyenne darüber. Gut, dass die Mädels am Ende doch noch erkennen, dass die Einladung zu einer angesagten Party nicht wichtiger ist als der Zusammenhalt der Freundinnen untereinander.
Stuber

Stuber


Jetzt hat Hollywood abgelassen von den berühmten und eigentlich aus seinen Filmen nicht wegzudenkenden gelben Taxis und macht auf Moderne: Bei einem Uber-Fahrer, gebürtiger und äußerst gutmütiger Pakistani (hier belässt man es beim üblichen Klischee) namens Stuber steigt ein nicht gerade freundlicher Polizist in den Wagen. Mit diesem Gefährt und den beiden unterschiedlichen Männern soll es auf die Jagd nach einem brutalen Killer gehen. Kein Thriller, eine Komödie erwartet da das geneigte Publikum. Dem Uber-Fahrer geht es darum, seine Fünf-Sterne-Bewertung zu behalten - das ist schließlich ein Teil seiner Lebensgrundlage. Und schlussendlich geht es überhaupt darum, am Leben zu bleiben. Also kühlen Kopf bewahren, Sprüche klopfen und jede Menge Action überstehen. Für die "stilgerechte" deutsche Synchronisation des Pakistanis ist mal wieder Rick Kavanian zuständig, der bekanntlich seine Sache in der Regel gut macht.
Bild: Wild Bunch Bild: Twentieth Century Fox of Germany
Rambo: Last Blood

Rambo: Last Blood


Wahnsinn, das zieht sich nun schon über vier Jahrzehnte hin, und angeblich soll sich jetzt der Kreis schließen. Liegt es nun am auch an Hauptdarsteller Sylvester Stallone nicht vorbeiziehenden Altersfaktor, oder ist der Drops einfach mal nur ausgelutscht? Auf alle Fälle ziehen Rambo und seine Pumpgun noch einmal in den Kampf, und der geht gegen einen Mädchenhändlerring. Schließlich ist er marginal selbst betroffen, da die Tochter seiner Haushälterin entführt wurde. Das könnte Herrn Trump gefallen, wenn Vorzeigeeinzelkämpfer Rambo ausgerechnet hinter der amerikanisch-mexikanischen Grenze zuschlägt. Denn dort steht er denen gegenüber, die die entführten Mädchen zur Prostitution zwingen. Im Schlepptau hat er eine Journalsitin (ehemalige Soldatin), deren Schwester ebenfalls entführt wurde… Wie das Ganze ausgeht, dürfte klar sein. Aber egal, Hauptsache Action, Krach und gestählte Muskeln.
Systemsprenger

Systemsprenger


In der Jugendhilfe nennt man Kinder, die durch alle Raster fallen, die aus jeder Familie oder Einrichtung fliegen, Systemsprenger. Um ein solches Mädchen geht es auch in diesem ausgesprochen ergreifenden Film. Der ist konsequent, hat eine umwerfende junge Hauptdarstellerin, wirkt sehr realistisch und ist zudem gut fotografiert. Darin war sich das Publikum der Berlinale bereits einig. Und, wir wissen ja, dass gute Filme dort meist nur selten mit Preisen bedacht werden. Es geht um Benni, eine eher zarte Neunjährige, in der jedoch enormes Gewaltpotential steckt, die überall rausfliegt, mit der keiner zurechtkommt, die es aber auch darauf anlegt. Eigentlich ist es ein Schrei nach Liebe, die ihre Mutter ihr nicht zu geben vermochte und vermag, weil sie mit dieser unberechenbaren Tochter schlicht und einfach überfordert war. Aber auch die zahlreichen Bemühungen von erfahrenen Mitarbeitern der Kinder- und Jugendhilfe scheitern...
Bild: Univerum Bild: Port-au-Prince
Gelobt sei Gott

Gelobt sei Gott


Regisseur François Ozon schafft es immer wieder, Filme zu Kassenschlagern zu machen. Jetzt fasst er ein besonders heißes Eisen an, den Kindesmissbrauch in der Katholischen Kirche. Sein Protagonist lebt mit Frau und Kindern in Lyon. Zufällig erfährt er, dass der Priester, der ihn als Pfadfinder missbraucht hat, noch immer mit Kindern Umgang hat. Er wendet sich an den zuständigen Kardinal, der erst angemessener reagiert, als öffentlicher Druck aufgebaut wird. Er findet weitere Betroffene, die sich mit ihm verbünden. Andere wollen nicht mehr mit diesem Kapitel aus ihrer Vergangenheit konfrontiert werden… Man kann filmische Einzelheiten kritisieren, aber dieser Streifen ist nicht nur berührend und erschütternd, sondern auch gut gemacht. Beleuchtet er doch in vielen Facetten das Thema, weil er sich Zeit lässt, sensibel aus der Sicht der Opfer aufzuarbeiten versucht. Sehenswerte Empfehlung!
Eine ganz heiße Nummer 2.0

Eine ganz heiße Nummer 2.0


Vor ziemlich genau acht Jahren ging es um die Rettung des Tante-Emma-Ladens in Marienzell. Dafür gründeten drei Damen unterschiedlichen Alters und auch unterschiedlichen Charakters in ihrer erzkatholischen bayrischen Gemeinde eine Sexhotline. Der Skandal von damals ist der Schnee von heute. Nein, sie verticken keine Drogen. Sie kämpfen mit fast legalen Mitteln um schnelles Internet für ihr Dorf. Die Männer kriegen es ja nicht auf die Reihe. Und die Jugend läuft davon. Daher ihre Idee: Das Preisgeld beim anstehenden Tanzwettbewerb abkassieren. Das wollen sie mit prominenter Unterstützung schaffen: Jorge Gonzales höchstpersönlich wird sie trainieren. Lediglich der Trachtenverein der Frau des Bürgermeisters steht ihnen dabei noch im Wege. Und das sind immerhin alles seriöse Damen… Regisseur Rainer Kaufmann setzt auf die bewährte Frauenschaft mit Gisela Schneeberger, Rosalie Thomass und Bettina Mittendorfer.
Bild: Pandora Bild: Constantin
Es: Kapitel 2

Es: Kapitel 2


Noch ein Klassiker, der jetzt seine Fortsetzung findet. Hier sind es 27 Jahre, die inzwischen in Ruhe vergangen sind im Städtchen Derry, in dem einst ein Massenmörder Angst und Schrecken verbreitete. Zwei Stichworte: Stephen King und Clown... Wieder kommt es zu mehreren Morden. Der noch immer hier lebende Bibliothekar Maik Hanlon bemüht seine ehemaligen Mitstreiter vom "Club der Verlierer", die inzwischen natürlich alle erwachsen sind, aber verstreut übers halbe Land leben. Während in Kings Roman die verschiedenen Zeitebenen miteinander vermischt sind, erzählt die Verfilmung im 1. Teil, wie die Kinder gegen das Monster Pennywise im Clownskostüm kämpfen, und jetzt im 2. Kapitel sind es die Erwachsenen. Insoweit ist der filmische Abstand von 27 Jahren eigentlich nur konsequent, und das auch noch mit den gleichen Darstellern. Alleine das nennen wir mal eine wirklich runde gelungene Idee, einen Erfolgsroman zu verfilmen.
 
Bild: Warner Bros.  


Wort: Carola Kinzel