Kudernatschs Kolumne
Sowohl kulinarisch als auch gullinarisch
Wer das liest, ist doof. Sowas hab ich früher auf Zettel geschrieben und meinen Mitschülern zugeschoben. Schon war ich umringt von Doofen.
Naja, aber irgendwie war ich dann auch sehr einsam. Diesen Fehler mache ich nicht mehr. Stattdessen schreibe ich: Wer das liest, wird satt. Pappsatt! Denn ich will ja nicht, dass Ihr verhungert seid - bis wir uns in zwei Monaten hier wiederlesen. Darum versorge ich Euch jetzt mit Geheimtipps, was das Essen angeht. Los geht es! Die größten Thüringer Klöße von ganz Thüringen, so glaube ich, gibt es in Mechelroda. Da sind sie groß wie Fußbälle, aber deutlich schmackhafter. Nur sind die Wirtsleute ein bisschen geizig, so dass man Rotkraut und Soßennachschlag extra bezahlen muss. Deshalb heißt das Gasthaus auch "Goldenes Einhorn" und nicht "Goldenes Zweihorn" oder "Dreihorn". Ich denke, Ihr wisst schon, was ich meine. Das kann also lecker, aber teuer werden. Wer sparen will, dem sei - in ewiger Erinnerung an die Fußball-WM - die Bratwurst "Südafrika" empfohlen. Die lässt man einfach so lange auf dem Rost liegen, bis sie rundherum schwarz ist. Dann isst man sie vielleicht nicht mehr, aber einen Südafrikaner würde man ja genauso wenig verspeisen. Also!
Mein Nachbar bringt neuerdings immer Bärlauch-Bratwürste mit. Das finde ich nicht gut. Wenn ich Wurst mit Grünzeug möchte, lasse ich sie einfach beim Grillen kurz ins Gras fallen. Wo kommen wir denn da hin? Wurst mit Bärlauch-Geschmack - wie wäre es denn mit Erdbeere oder Stracciatella? Sowas gehört in den Kuchen und nicht in die Wurst. Torten und Kuchen müsst Ihr in Erfurt nicht lange suchen. Die kann man sich sonntags sehr gut im Café Rommel an der Krämerbrücke holen oder direkt in der Backstube in der Johannesstraße. Wer da mit dem Auto vorfährt, sollte unbedingt laut hupen. Denn in der Johannesstraße sitzt auch das Verkehrsamt, und die Leute dort sind sicher immer froh, wenn sie mitbekommen, dass es noch Verkehr gibt. Wer zu Fuß ins Rommel eilt, könnte die kulinarischen Eindrücke noch um ein paar gullinarische erweitern. Er muss nur das zwischen Anger und Fischmarkt gelegene Faustgässchen erschließen, welches im Volksmund längst "Pinkelgasse" heißt. Denn so riecht es dort - nach richtig langer Rinne. Getreu dem Motto: "Alle pinkeln in die Rinne - außer Alex, der liegt drinne!" Ich denke nicht, dass es Touristen sind, die sich hier erleichtern. Es werden Einheimische auf dem Weg zu KiK oder Pfennigpfeiffer sein, die sich hier erleichtern, um dann unbeschwert Taschen und Tüten vollramschen zu können. Das Verkehrsamt sollte Wache schieben und alle mit offenem Hosenschlitz sofort verhaften! So, das waren die wichtigsten Tipps, um gut durch den Sommer zu kommen. Und ansonsten denkt immer daran: Rettet den Thüringer Wald - esst mehr Spechte!
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