Erstes Chemnitzer Mopsrennen
Möpse machen glücklich
Schräg: Nicole Gotthardt (Foto, rechts) veranstaltet am 29. Juni das erste Chemnitzer Mopsrennen. Sie sind klein, anhänglich und machen Menschen glücklich - wer einmal einen Mops hatte, will keinen anderen Hund mehr.
Ganz früher durften normale Leute gar keine Möpse besitzen. Das war ein Privileg der chinesischen Kaiser. Dort wurden die süßen Tiere, so vermuten es Wissenschaftler, vor etwa 2.000 Jahren aus doggenähnlichen Hunden herausgezüchtet. Ins Volk sind sie wahrscheinlich gelangt, weil einige Züchter heimlich nicht so schöne Tiere teuer verkauften.
Nach Europa sollen die Vierbeiner als Gastgeschenk gekommen sein - vom russischen Zarenhof ans niederländische Königshaus. Heute gelten sie als englische Hunderasse. Hintergrund: 1688 brachten Wilhelm III., ein Niederländer, und Maria II. mehrere Möpse mit nach England, worauf im Land unter den Adelsfamilien ein regelrechtes Mopsfieber ausbrach.
Ihr Idealgewicht liegt laut Experten zwischen sechs und acht Kilo. Das ist ganz wichtig zu wissen, da die Kleinen meist zu Übergewicht neigen. Beim Zusammentreffen mit anderen Hunden sollte man immer gut aufpassen. Denn Möpse können Feindseligkeiten wegen ihrer liebenswürdigen Art nicht so recht einordnen.
Nicole und ihr kleiner William sind seit über zwei Jahren ein Herz und eine Seele. Im November wird William drei Jahre. Als er zu ihr kam, war er acht Wochen alt. "Ich nehme den Kleinen fast überall hin mit", so die 34jährige Chemnitzerin. "Denn ganz allein zu Hause wäre er total unglücklich." Sogar auf Arbeit in einer Anwaltskanzlei darf der süße Mops nicht fehlen. Ihr Chef hatte nichts dagegen. Wieso auch. William hat Anstand wie ein echter Prinz: Früh begrüßt er alle, kriegt ein Stück Apfel und legt sich dann brav in die Ecke schlafen.
Auch lautstärkemäßig liegen Möpse mit ihren Besitzern meist auf einer Wellenlänge. "Meiner bellt ganz wenig", versichert Nicole. Nur einmal ist ihr William richtig laut geworden: "Weil sie ihm letztens im Weg war, hat er Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig ganz lange angeschnauzt." Ein Wahlwerbeplakat war runter gefallen und versperrte ihm den Weg zu einer Laterne, an der er normalerweise sein Geschäft verrichtet. Trotzdem wurde William nicht respektlos: "Er hat sie zum Glück nicht angepullert", lacht Nicole.
Eine Sache haben Möpse allerdings mit allen Hunden gemein: "Sie sind total verfressen", gibt Nicole trotz aller Liebe zu. "Für etwas zu beißen machen die einfach alles." Deshalb und auch weil es so etwas schon in vielen anderen Städten gibt, kam sie auf die Idee mit dem Mopsrennen. Wettkampfort ist der Sportplatz des Fußballvereins TSV Germania Chemnitz 08, Erdmannsdorfer Straße 40.
Gestartet wird in drei Klassen: Jungspunde (bis 2 Jahre), Mittelklasse (2 bis 6 Jahre) und Senioren (ab 6 Jahre). Und so soll's laufen: Die Möpse werden am Start von einer fremden Person festgehalten und müssen dann auf Kommando alle gleichzeitig 50 Meter weit zu ihren Besitzern rennen. Die stehen auf der Ziellinie, werden versuchen, ihren kleinen Vierbeiner irgendwie anzulocken. "Durch Zurufen, Rumhopsen oder Leckerlis. Es ist alles erlaubt", erklärt Nicole. Leichter gesagt als getan. "Die Ablenkung durch die anderen Möpse ist extrem groß." Und ziemlich stur sind sie auch noch, fast wie Katzen. Nicoles Plan: "Ich werde ein ganz besonderes Leckerli vorbereiten." Der Sieger bekommt eine randvolle Fresstonne und einen Gutschein vom Tierfachmarkt Fressnapf.
Los geht's um 10 Uhr, Rennstart ist etwa 12 Uhr. Anmelden kann man sich per E-Mail (chemnitzer-moepse@web.de) oder vor Ort bis 11 Uhr. Allerdings könnte es dort eng werden. Denn das Organisationsteam um Nicole (Team Chemnitzer Möpse und Mops-&-Bully-Fans Zwickau) will wahrscheinlich wegen der Übersichtlichkeit nur 30 Möpse pro Klasse zulassen - was aber spontan entschieden wird. Bei Redaktionsschluss gab's schon Dutzende Anmeldungen. Die Startgebühr beträgt 5 Euro, der Eintritt für Zuschauer moderate 1 Euro. Um das Rennen herum hat Nicole ein Riesenspektakel organisiert (bis 18 Uhr). An Info- und Verkaufsständen gibt's alles, was Hunde glücklich macht. Mit dabei sind unter anderem Animalisch, Fressnapf und Muschelfee (Hundeschmuck). Bei einer Ernährungsberatung wird geklärt, ob Mops zu dick oder dünn ist. Und die Glauchauer Hundetrainerin Katja Jähn verrät die besten Tricks, damit einem der/die Kleine nicht nur auf der Nase herum tanzt.
Internet:
www.facebook.com/chemnitzer.moepseWort: Frank Selig / Bild: Klemens Körner

